Kampf gegen Steuerflucht: EU nimmt Berater an die Kandare

Neben Anpassungen an der schwarzen und der grauen Liste haben die EU-Finanzminister am Dienstag in Brüssel weitere Massnahmen im Kampf gegen Steuervermeidung beschlossen. Sie verpflichten Steuerberater, Buchhalter, Bankiers und Anwälte zu mehr Transparenz.
13.03.2018 17:28

In Zukunft sollen diese Intermediäre, wie sie im Fachjargon heissen, Behörden melden müssen, wenn der Verdacht auf Steuerhinterziehung bei einem ihrer Klienten besteht. Das könnte etwa bereits schon die Überweisung in eine Steueroase sein.

Kommen die Steuerberater, Buchhalter oder Anwälte der Meldepflicht nicht nach, können sie bestraft werden. Ausserdem müssen die EU-Staaten die ihnen gemeldeten Informationen automatisch untereinander austauschen. Bis Ende 2019 müssen die EU-Staaten diese Regeln umgesetzt haben. Gelten soll die neue Regelung ab Mitte 2020.

Intermediäre in Drittstaaten - etwa der Schweiz - haben keine Offenlegungspflicht, wenn sie einen Kunden aus der EU betreuen. Die Offenlegungspflicht geht aber auf seinen EU-Kunden über.

(AWP)