Kantonalbanken steigern 2016 kumulierte Bilanzsumme - Gewinn nimmt ab

Die Schweizer Kantonalbanken sind im Jahr 2016 gemessen an der Entwicklung der Bilanzsummen gewachsen, weisen allerdings gegenüber dem Vorjahr weniger Gewinn aus. Die kumulierte Bilanzsumme der 24 Institute stieg um 3% auf 573 Mrd CHF, während der Jahresgewinn um 1,5% auf 2,8 Mrd CHF sank. Das operative Ergebnis erhöhte sich derweil um 4,3% auf 3,4 Mrd CHF.
18.04.2017 18:05

Die Kantonalbanken hätten in einem anhaltend anspruchsvollen Umfeld mit tiefen Zinsen und zunehmend strengeren regulatorischen Anforderungen ein "ansprechendes" Jahresergebnis erzielt, teilte der Verband Schweizerischer Kantonalbanken (VSKB) am Dienstag mit.

ZINSGESCHÄFT ALS STARKER PFEILER

Dabei nahm der Nettoerfolg aus der nach wie vor wichtigsten Ertragsquelle, dem Zinsgeschäft, um 2,7% auf 5,5 Mrd zu. Dies sei in erster Linie auf ein moderates Volumenwachstum, niedrigere Zinsaufwände und günstigere Refinanzierungsbedingungen zurückzuführen, so der VSKB.

Der Erfolg aus dem zweitgrössten Ertragspfeiler, dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, blieb mit 2,1 Mrd CHF (-0,4%) stabil. Und beim Handelserfolg verzeichneten die Kantonalbanken eine Steigerung von +5,1% auf 930 Mio.

Der Geschäftsertrag der 24 Institute erhöhte sich im Verlauf des vergangenen Jahres insgesamt um 1,1% und belief sich per Ende 2016 auf 8,7 Mrd CHF. Demgegenüber stehen kumulierte Aufwände von 4,8 Mrd. Der Personalaufwand nahm um 2,1% auf rund 3,1 Mrd zu und der Sachaufwand erhöhte sich um 1,1% auf 1,6 Mrd. Die Cost-Income Ratio sei mit 55,2% nach wie vor effizient, so die Mitteilung.

WACHSENDES HYPOTHEKARGESCHÄFT

In den Bilanzen der Kantonalbanken erhöhten sich auf der Aktivseite die Ausleihungen an Kunden um 3,8%. Davon beliefen sich die Hypothekarforderungen auf rund 358 Mrd CHF (+4,3 Prozent). Auf der Passivseite haben sich die Verpflichtungen gegenüber Kunden ebenfalls erhöht. Die Kantonalbanken hielten per Ende 2016 Kundengelder im Wert von 352 Mrd (+1,7%). Diese decken die Ausleihungen zu rund 87%.

Die Eigenkapitaldecke der Institute bezeichnet der VSKB mit einer durchschnittlichen Gesamtkapitalquote auf den risikogewichteten Aktiven von 17,7% nach wie vor als "höchst solide". Sie sei im vergangenen Jahr weiter gestärkt worden. Die Reserven für allgemeine Bankrisiken wurden mit 475,6 Mio CHF aus dem Jahresgewinn alimentiert.

Von der soliden Ertragslage profitieren auch die Kantone und Gemeinden. Sie hätten in Form von Ausschüttungen rund 1,6 Mrd CHF erhalten.

Mit Blick in die Zukunft setzt sich der VSKB gegen "eine unverhältnismässige Regulierungsdichte" im Bankensektor ein und fordert politisch-rechtliche Rahmenbedingungen, welche "die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes" erhalten. Als problematisch werden vom Verband Regelungen eingestuft, die auf international systemrelevante Banken ausgerichtet seien und in die nationale Gesetzgebung überführt würden, ohne dass der Ermessungsspielraum für Anpassungen an nationale und regionale Marktverhältnisse genügend genutzt werde.

mk/an

(AWP)