Kantonale Ausgleichskassen fordern Frühlingsputz bei der AHV

Der Präsident der Konferenz der kantonalen Ausgleichskassen, Andreas Dummermuth, möchte die AHV einem Frühlingsputz unterziehen. Bei einem Ja zur Altersvorsorge 2020 fürchtet er sich aber weniger ums Geld als um die Einmischung in die Informatik durch den Bund.
19.03.2017 12:47

Die Ausgleichskassen bezahlten seit 1948 Renten aus und würden auch 2018 nach dem neuen System mit dem flexiblen Rentenalter weiter Leistungen ausrichten, sagte Dummermuth in einem Interview mit der "Zentralschweiz am Sonntag".

"Hier droht aus meiner Sicht die grösste Gefahr für die AHV: Bundesbeamte dürfen nicht in die Informatik der Ausgleichskassen reinpfuschen", sagte Dummermuth. Seit 1948 laufe die Verwaltung tadellos. "Die Kosten sinken, wir sind fünfmal billiger als die zweite Säule." Aber nun plane der Bundesrat Vorgaben für die AHV-Informatiklösungen. "Das lehnen wir entschieden ab, wenn die Vernehmlassung dazu beginnt."

Dummermuth schätzt die Kosten für die notwendigen Neuerungen bei der Informatik auf einmalig 50 Mio CHF. "Das ist ein einmaliger Beitrag von 20 CHF pro Rentner."

Eine nächste Grossreform bei der Altersvorsorge erachtet Dummermuth nicht für notwendig. Es seien zwar rasch wieder Reformschritte nötig, "aber laufende kleine Anpassungen". Im Rahmen eines solchen Frühlingsputz' würde er etwa mit Zulagen für Altersrentner mit Kindern aufräumen. Auch Witwen- und Waisenleistungen müssten überdacht werden.

Die Zeit für eine weitere Erhöhung des Rentenalters ist seiner Meinung nach noch nicht reif. Darüber könne man reden, "wenn 50% länger arbeiten als bis 65". Noch sei es nicht soweit, aber "in fünf Jahren wird das anders aussehen". Der Fachkräftemangel werde das Interesse an älteren Arbeitnehmenden wecken.

mk

(AWP)