Kantonsräte wollen SBB-Billettverkauf durch Dritte beibehalten

St. Gallen (awp/sda) - SBB-Reisende sollen auch in Zukunft Billette bei privaten Stationshaltern, Post oder Migrolino kaufen können. Dies fordert die parlamentarische Arbeitsgruppe ÖV des St. Galler Kantonsrats. Die SBB wollen den Billettverkauf durch Dritte auf Anfang 2018 einstellen.
17.09.2016 11:18

Vom "Leistungsabbau der SBB auf dem Lande" wäre die Ostschweiz besonders betroffen, heisst es in einer Mitteilung der parlamentarischen Arbeitsgruppe vom Samstag. Von den 52 Drittverkaufsstellen befinden sich 20 in den Kantonen St. Gallen und Thurgau.

Die Gemeinden seien "ausnahmslos sehr daran interessiert, diesen Service public beizubehalten". Die Verkaufsstellen seien wichtig für all jene Kunden des öffentlichen Verkehrs, die "weder das Internet nutzen, noch gerne mit Billettautomaten zu tun haben, und die eine persönliche Beratung schätzen", heisst es.

Die Einsparungen von fünf Millionen Franken, die sich die SBB von den Kündigungen der Vertragspartner verspricht, seien gemessen am gesamten Billettumsatz klein und stünden in keinem Verhältnis zum Imageschaden. Zudem wären viele betroffene Verkaufsstellen nach dem Wegfall des Billettverkaufs nicht mehr wirtschaftlich.

Die parlamentarische Arbeitsgruppe fordert die SBB auf, das bisherige bewährte System beizubehalten. Die Fraktionen des St. Galler Kantonsrat wollen dazu am Montag auch eine Interpellation einreichen.

(AWP)