Karrer: «Gentinetta-Nachfolge hat Priorität»

Der neue Präsident von Economiesuisse, Heinz Karrer, sagt im Video-Interview, welche Tätigkeiten unter seiner künftigen Ägide Priorität geniessen.
30.08.2013 17:30
Von Frédéric Papp
Heinz Karrer, Präsident Economiesuisse.
Bild: cash

Der neue Präsident des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse Heinz Karrer – er wurde am Donnerstagabend einstimmig gewählt – wird sein Amt am 1. September antreten. Er war bereits vor zweieinhalb Wochen vom Vorstandsausschuss für diese Position vorgeschlagen worden.

Karrer wird allerdings nicht von Beginn weg voll für seinen neuen Arbeitgeber zur Verfügung stehen. Denn sein Vertrag bei Axpo bindet ihn noch ans Unternehmen, bis ein neuer Chef gefunden ist, spätestens aber bis zum Ablauf der Kündigungsfrist von zwölf Monaten. Karrers Pensum werde sukzessive erhöht, heisst es im Communiqué des Wirtschaftsdachverbands.

"Aufgrund der begrenzten Zeit muss ich Prioritäten setzen", sagt Karrer im Video-Interview. Eine zentrale Aufgabe sei die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für Pascal Gentinetta, der am 19. Juni abrupt den Direktoriumsposten räumte. "Wir hoffen, per Ende Jahr die Vakanz zu besetzen", so Karrer.

1:12-Initiative und bilaterale Abkommen

Auf politischer Ebene steht laut Karrer die anstehende Abstimmung über die 1:12-Initiative im Zentrum. Economiesuisse setzt sich zusammen mit dem Schweizerischen Gewerbeverband und dem Arbeitgeberverband für ein Nein ein. "Wir nehmen hier eine unterstützende Rolle ein", sagt der 54-Jährige.

Karrer will die Lohnverteilungsfrage nicht per Gesetz regeln, wie es die Initiative fordert. Vielmehr stellt er die Eigenverantwortung ins Zentrum.

Die Abstimmung geniesst beim Volk durchaus Sympathien. Dies zeigt eine Umfrage des Forschungsunternehmen Demoscope im Auftrag von Hostettler, Kramarsch & Partner. Das Resultat: 75 Prozent der Befragten erachten eine Lohnobergrenze bei Schweizer Firmen für sinnvoll (cash berichtete). Die Schweiz stimmt am 24. November darüber ab.

Für den ehemaligen Handballprofi Karrer wäre ein Sieg über die Initianten wichtig. Denn nach der verlorenen Abzocker-Initiative im März geriet Economiesuisse massiv unter Beschuss, der ehemalige Direktor Gentinetta trat drei Monate später zurück.

Ebenfalls auf der Prioritätenliste weit oben angesiedelt ist laut Karrer das Dossier über die bilateralen Abkommen. Hier gehe es darum aufzuzeigen, welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Optionen hätten, so Karrer.

Im Video-Interview sagt Karrer, wie er die verschiedenen Interessen der Branchenverbände unter einen Hut bringen will. Weiter schildert er sein Verständnis über die Rolle des Wirtschaftsdachverbands.