Kasachstan lädt zu neuen Syrien-Gesprächen

Die syrische Regierung und die Opposition sind zu neuen Friedensgesprächen in die kasachische Hauptstadt Astana eingeladen. Die zweitägigen Verhandlungen sollen am 15. Februar beginnen, teilte das kasachische Aussenministerium am Samstag mit.
11.02.2017 15:03

Zudem sollen der UNO-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, und Vertreter der USA als Beobachter an den Gesprächen teilnehmen. Die Gespräche sollen sich auf eine Stärkung der brüchigen Waffenruhe im Bürgerkriegsland fokussieren.

Zusammen mit der Türkei und dem Iran hatte Russland bereits Ende Januar in Astana ein Treffen syrischer Oppositioneller mit Vertretern der Regierung organisiert. Einen Durchbruch gab es nicht. Danach trafen sich noch zweimal Militärexperten in Astana. Unter UNO-Führung sind am 20. Februar Verhandlungen in Genf geplant.

Kämpfe um Al-Bab

Türkische Soldaten und verbündete syrische Rebellen rückten derweil in die Extremistenhochburg Al-Bab im Norden von Syrien ein. Die Truppen hätten die westliche Grenze zu Al-Bab durchbrochen und die Kontrolle über mehrere Gebiete übernommen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag mit. Al-Bab wird von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beherrscht.

Die in Syrien breit vernetzte Organisation, deren Angaben von unabhängiger Seite kaum überprüft werden können, berichtete zudem von heftigen Gefechten mit IS-Kämpfern in der Stadt. Al-Bab ist die letzte Hochburg der Dschihadisten in der syrischen Provinz Aleppo. Die übrigen Konfliktparteien in Syrien, auch die Regierungstruppen und die mit ihnen verbündeten russischen Streitkräfte, hatten sich im Kampf gegen den IS in Al-Bab zusammengeschlossen.

Die Regierungssoldaten und ihre Verbündeten hatten sich der Stadt von Süden aus genähert, türkische Truppen und Rebellen standen zuletzt im Norden, Osten und Westen vor den Toren der Stadt. Seit vergangenem Montag war Al-Bab praktisch eingekesselt. Die Stadt ist seit 2014 in der Hand des IS.

Mitte vergangenen Jahres hatte die Türkei Truppen nach Syrien geschickt, um gemeinsam mit verbündeten syrischen Rebellengruppen die Dschihadisten und kurdische Milizen von der Grenze zurückzudrängen. Vor al-Bab war der türkische Vormarsch jedoch ins Stocken geraten.

(AWP)