Kaufmännischer Verband fordert 0,75 und 1,5% mehr Lohn

Der Kaufmännische Verband Schweiz (KFMV) hat die Lohnverhandlungen für 2018 lanciert. Je nach Branche fordert er zwischen 0,75 und 1,5% mehr Lohn.
22.08.2017 11:12

Seine Forderungen sieht der Verband, der die Interessen von knapp 50'000 Mitgliedern vertritt, durch den Erholungskurs der Schweizer Wirtschaft gerechtfertigt. Die meisten Branchen entwickelten sich positiv und zudem würden die Konsumentenpreise seit Jahren erstmals wieder ansteigen, schreibt der Kaufmännische Verband am Dienstag in einer Mitteilung.

Unternehmen, die unter der Aufwertung des Frankens besonders litten, hätten sich weitgehend an die neuen Rahmenbedingungen angepasst. Auch zeigten die jüngsten Prognosen die besten Beschäftigungserwartungen in der Schweiz seit drei Jahren.

Zudem seien im vergangenen Jahr Privat- und Staatskonsum sowie Investitionen angestiegen. Weiter profitiere die Exportwirtschaft vom globalen Aufschwung.

Den stärksten Lohnzuwachs sollen die Angestellten der Pharma- und Chemiebranche (1,5%), der Versicherungen (1,25 bis 1,5%), der Banken sowie der Telekommunikations- und Informatikbranche (je 1 bis 1,5%) erhalten.

KRISENJAHRE PASSÉ

Für die Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie fordert der Verband Lohnerhöhungen von 1,0%. In der MEM-Industrie habe die leichte Abwertung der Frankenstärke und die bessere globale Konjunktur zu einer leichten Entspannung geführt. "Es ist an der Zeit, die Angestellten für ihren wichtigen Einsatz in den letzten Krisenjahren zu belohnen", heisst es im Communiqué.

Die Sparmassnahmen in der Öffentlichen Verwaltung und im Bildung- und Gesundheitswesen dürften nicht zu Ungunsten der Angestellten ausfallen, warnt der KFMV. Hier fordert der Arbeitnehmervertreter einen Lohnzuwachs von 0,75 bis 1,25%.

Im Gewerbe und im Detail- und Grosshandel sollen die Angestellten 0,75 bis 1,0% mehr verdienen, im Luftverkehr 0,75%.

Der KFMV bekräftigte ferner seine Forderung nach einer Beseitigung der Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau. Auch verlangt er von den Unternehmen angemessene Investitionen in die Aus- und Weiterbildung ihrer Angestellten.

(AWP)