Klimaschutz - Das «Paket für saubere Mobilität» der EU

Die EU will zum Erreichen ihrer Klimaschutzziele den Wandel weg vom Verbrennungsmotor hin zu emissionsarmen und -freien Fahrzeugen beschleunigen.
11.11.2017 05:57
Die Klimaschutzziele der EU sehen weniger Abgasausstossungen vor.
Die Klimaschutzziele der EU sehen weniger Abgasausstossungen vor.
Bild: Pixabay

Dazu hat die EU-Kommission vergangene Woche ein "Paket für saubere Mobilität" vorgelegt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

CO2-Ziele

Neuwagen sollen in der EU im Jahr 2030 im Schnitt 30 Prozent weniger Kohlendioxid (CO2) ausstossen dürfen als 2021. Betroffen sind Pkw und leichte Nutzfahrzeuge wie Lieferwagen, allerdings mit unterschiedlichen Werten. 2021 dürfen neu zugelassene Pkw 95 Gramm CO2 ausstossen, Nutzfahrzeuge 147 Gramm. Weil die EU den Autobauern nicht bis 2030 Zeit lassen will, um die verschärften Vorgaben einzuhalten, wird ein Zwischenziel eingeführt: 2025 müssen die durchschnittlichen CO2-Emissionen 15 Prozent unter den Werten des Jahres 2021 liegen. So werde sichergestellt, "dass bereits jetzt Investitionen angestossen werden", teilte die EU-Kommission mit. Die deutsche Autobranche kritisiert, das 2025-Ziel sei überzogen und das 2030-Ziel fraglich.

Für die Fahrzeugbauer bedeuten schärfere Klimaziele höhere Kosten - und für die Verbraucher damit höhere Preise. Den EU-Angaben zufolge könnte ein durchschnittlicher neuer Pkw im Jahr 2030 um bis zu 1000 Euro teurer in der Herstellung sein, ein Lieferwagen um bis zu 900 Euro. Allerdings lasse sich mehr Geld beim Kraftstoff sparen, und die Verbraucher profitierten so über die Lebensdauer ihrer Fahrzeuge. 2025 könnten Kunden demnach bis zu 600 Euro netto beim Kraftstoff sparen, 2030 bis zu 1500 Euro.

Anreize für alternative Antriebe

Um die Einhaltung der Grenzwerte zu sichern und den Absatz von abgasarmen und -freien Fahrzeugen anzukurbeln, setzt die EU auf Strafen und Anreize gleichermassen. Liegen die Hersteller über den Grenzwerten, sollen sie 95 Euro für jedes zusätzliche Gramm CO2 zahlen. Umgekehrt sollen Autobauer, die stärker auf umweltfreundliche Fahrzeuge setzen, belohnt werden. Für emissionsfreie Wagen mit Elektroantrieb oder Brennstoffzelle und emissionsarme Hybridmodelle gibt es einen Bonus. Kann ein Konzern einen hohen Anteil solcher Fahrzeuge vorweisen, ist sein CO2-Ziel weniger streng. Ein abgasfreies Fahrzeug zählt dabei nach dem Willen der EU mehr als ein abgasarmes Modell.

Eine fixe Quote für Fahrzeuge mit Elektro- oder Wasserstoffantrieb wie im US-Bundesstaat Kalifornien ist in Europa derzeit nicht vorgesehen. Die Autobauer sollen selbst entscheiden, auf welche Technologien sie setzen, um die Abgasvorschriften zu erfüllen.

Investitionen in Infrastruktur udn Batterietechnik

Für den Wandel hin zur abgasärmeren Mobilität sind nicht nur Elektroautos, sondern auch entsprechende Technologien und praktische Voraussetzungen nötig, die die EU fördern will. 800 Millionen Euro sind für Infrastrukturprojekte wie Ladesäulen für E-Autos vorgesehen, 200 Millionen Euro für die Batterieentwicklung. Die Mitgliedstaaten der EU sollen "eine Mindestinfrastruktur für alternative Kraftstoffe wie Elektrizität, Wasserstoff und Erdgas bereitstellen müssen". Lücken im Versorgungsnetz sollen geschlossen werden. "Das Laden eines mit alternativen Kraftstoffen betriebenen Fahrzeugs auf der Autobahn sollte ebenso einfach werden, wie es heute das Tanken ist", heisst es bei der EU-Kommission.

(Reuters)