Konflikt mit Berlusconi: Vivendi will noch mehr Anteile an Mediaset

PARIS/MAILAND (awp international) - Der französische Medienkonzern Vivendi spitzt den Konflikt mit der italienischen Unternehmensgruppe von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi weiter zu. Der Vivendi-Vorstand beschloss am Montag, seine Beteiligung an Berlusconis Fernsehunternehmen Mediaset trotz italienischer Proteste weiter auszubauen und bis zu 30 Prozent der Anteile zu kaufen. Vergangene Woche hatte das Unternehmen sich in kürzester Zeit massiv bei Mediaset eingekauft und besitzt nun 20 Prozent der Anteile.
19.12.2016 20:22

Der italienische Wirtschaftsminister Carlo Calenda hatte das Vorgehen als "feindliche Eskalation" bezeichnet, Berlusconis Unternehmensgruppe Fininvest hatte Anzeige wegen Marktmanipulationen erstattet. Auch ein Treffen Berlusconis mit Vivendi-Vorstandschef Arnaud de Puyfontaine am Freitag brachte keine Lösung.

Vivendi und Mediaset liegen seit Monaten im Streit, nachdem die Franzosen die Details einer vereinbarten Allianz neu aushandeln wollten. Eigentlich wollten die Unternehmen eine gemeinsame Plattform zum weltweiten Vertrieb von TV-Inhalten schaffen - in französischen Medien war von einem "europäischen Netflix" die Rede gewesen.

Vivendi argumentierte am Montag erneut, mit dem Einstieg bei Mediaset seine Position in Südeuropa stärken zu wollen; zudem folge der Konzern seinen strategischen Ambitionen als wichtiger internationaler Akteur im Bereich der Medien und europäischer Inhalte./sku/DP/he

(AWP)