Konjunktur - Chinas Premier gibt vor Beamten düstere Wachstumswarnung

Chinas Ministerpräsident Li Keqiang hat vor schwerwiegenden Folgen gewarnt, wenn die Behörden nicht entschlossen gegen einen weiteren Konjunktureinbruch vorgingen.
27.05.2022 07:25
Li Keqiang, Ministerpräsident von China.
Li Keqiang, Ministerpräsident von China.
Bild: Bloomberg

Eine Kontraktion der Wirtschaft im zweiten Quartal müsse vermieden werden, sagte Li Keqiang auf einer Dringlichkeitssitzung am Mittwoch vor Tausenden lokaler Beamten. Lis Kommentare waren offener als die von den staatlichen Medien veröffentlichten offiziellen Angaben. Das Wirtschaftswachstum laufe Gefahr, den vertretbaren Rahmen zu verlassen, sagte er nach Angaben darüber informierter Personen. China werde einen enormen Preis zahlen, wenn die Wirtschaft nicht mit einer bestimmten Geschwindigkeit weiter wachsen könne. Der Weg zur Erholung würde in diesem Fall lang. 

Im zweiten Quartal müsse eine positive Wachstumsrate erzielt werden, so Li. Er zählte eine Handvoll Ziele auf, auf die sich die lokalen Beamten in diesem Jahr konzentrieren sollten, darunter ein besseres Gleichgewicht zwischen Covid-Eindämmung und Wirtschaftswachstum. Wachstum sei der Schlüssel zur Lösung aller Probleme im Land, so etwa der Schaffung von Arbeitsplätzen, der Sicherung des Lebensunterhalts der Menschen und der Eindämmung von Corona.

Ökonomen sehen das Wachstumsziel der chinesischen Regierung von rund 5,5 Prozent in diesem Jahr zunehmend außer Reichweite. Peking hält unbeirrt an seiner "Null-Covid"-Strategie mit Lockdowns und anderen Restriktionen fest, die die Wirtschaftstätigkeit in wichtigen Zentren wie Schanghai zum Erliegen gebracht haben. Von Bloomberg befragte Volkswirte sehen Chinas Wirtschaft in diesem Jahr im Mittel um nur 4,5 Prozent wachsen. Morgan Stanley hat die Wachstumschätzung sogar auf 3,2 Prozent gesenkt. 

(Bloomberg)