Konjunktur - Deutsche Bundesbank rechnet im Sommer mit «sehr kräftigem» Wirtschaftswachstum

Die Konjunktur zieht der Deutschen Bundesbank zufolge derzeit stark an und löst sich damit vom Corona-Schock der vergangenen Monate.
17.08.2020 14:52
Das Logo der Deutschen Bundesbank.
Das Logo der Deutschen Bundesbank.
Bild: imago images / Manfred Segerer

"Nach dem starken Einbruch im ersten Halbjahr dürfte die deutsche Wirtschaft im Sommerquartal 2020 sehr kräftig wachsen", heisst es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht. "Die deutliche und breit angelegte Erholung der gesamtwirtschaftlichen Leistung, die bereits nach dem Tiefpunkt im April einsetzte, wird sich aus heutiger Sicht fortsetzen." Der Weg zurück zur Normalität sei aber noch weit. "Ungeachtet der fortschreitenden Aufholbewegung wird das Vorkrisenniveau jedoch im Sommervierteljahr und darüber hinaus noch erheblich verfehlt."

Die deutsche Wirtschaft war im zweiten Quartal wegen der Corona-Krise im Rekordtempo von 10,1 Prozent eingebrochen. Die Fachwelt sagt für das laufende Quartal wieder Wachstum voraus. Nach Einschätzung der Bundesbank dürften sich im Zuge der Erholung in der Industrie die Ausrüstungsinvestitionen beleben. Ein solider Beitrag zur Belebung insgesamt sei auch von den Ausgaben der Verbraucher zu erwarten. Ausschlaggebend dafür sei, dass die pandemiebedingten Einschränkungen erheblich gelockert worden seien. Zudem stabilisiere sich die Lage am Arbeitsmarkt etwas.

Allerdings sei die Virus-Pandemie international in vielen Ländern bislang noch nicht eingedämmt. "Dies beeinträchtigt die deutschen Exporte." Zudem dämpfe die hohe Unsicherheit im Hinblick auf den weiteren Verlauf des Infektionsgeschehens die Investitionsbereitschaft der Firmen im In- und Ausland. Dies wiederum dürfte "einer umfassenden Erholung der Nachfrage nach deutschen Industrieerzeugnissen im Wege stehen", erläuterten die Bundesbank-Experten. Bis eine effektive medizinische Lösung - etwa eine Impfung - verfügbar sei, bleibe auch "die Wirtschaftsaktivität in einigen heimischen Dienstleistungsbranchen eingeschränkt".

(Reuters)