Konsultationsverfahren bei Postauto abgeschlossen

(Mit Stellungnahme von syndicom ergänzt) - Mitte September hatte Postauto den Abbau von bis sechzig Stellen angekündigt. Am Dienstag ging das gesetzliche Konsultationsverfahren zu Ende. Von den 67 eingereichten Vorschlägen der Mitarbeitenden soll über die Hälfte bei der Neuorganisation berücksichtigt werden.
16.10.2018 18:10

Mitarbeitende forderten in ihren Eingaben beispielsweise, dass bei anstehenden Stellenbesetzungen "nach Möglichkeit" auf interne Mitarbeitende gesetzt werden solle, wie Postauto am Dienstag mitteilte. Für vom Abbau betroffene Mitarbeitenden solle es Abfederungsmassnahmen geben.

Zudem seien Vorschläge dazu eingereicht worden, wo IT- und IT-nahe Tätigkeiten angesiedelt werden sollen. Weiter wünschen sich die Mitarbeitenden, dass das mobile Arbeiten gefördert wird.

Die Leitung von Postauto unterstütze diese Vorschläge und will sie bei der Umsetzung der Neuorganisation berücksichtigen, schreibt das Unternehmen. Die Neuorganisation soll gemäss der Mitteilung bis im ersten Quartal 2019 abgeschlossen sein.

Syndicom kritisiert Verfahren

Die Gewerkschaft syndicom sieht die ganze Sache weniger positiv. "Die Restrukturierung verläuft bisher sehr intransparent", sagte Sprecher Christian Capacoel auf Anfrage der Agentur Keystone-SDA. Die Informationslage sei so dürftig, dass die Gewerkschaft auf eine Eingabe während des Konsultationsverfahrens verzichtet habe.

Irritiert zeigte sich syndicom schon vor Monatsfrist über die Aussage von Postauto, dass Kündigungen nicht ausgeschlossen werden könnten. Bei einer Grössenordnung von zwei Prozent der Stellen, die wegfallen könnten, seien bei einer guten Planung Kündigungen nicht notwendig. So habe die Personalfluktuation bei Postauto 2016 drei Prozent betragen.

Chaos ordnen

Postauto will sich als Folge der nicht gesetzeskonformen Buchungspraxis und anderer Handlungsfelder strategisch wieder stärker am Kerngeschäft orientieren. Der Fokus soll auf den Service public gelegt werden. Organisatorisch will sich Postauto funktional aufstellen und die Präsenz in den Regionen verstärken.

Für das Fahr- und Kontrollpersonal, das rund zwei Drittel der Mitarbeitenden ausmacht, sollen Anstellungs- und Arbeitsbedingungen unverändert bleiben.

(AWP)