Konsumentenschutz rät zu Hartnäckigkeit bei Rückforderungen

Der Schweizerische Konsumentenschutz rät Konsumentinnen und Konsumenten, hartnäckig zu sein, wenn sich beispielsweise Reiseanbieter oder Fitnesscenter weigern, bereits bezahlte, aber nicht erfüllte Leistungen zurückzuzahlen. Das Recht auf diese Rückerstattung sei im Obligationenrecht festgehalten.
28.10.2021 11:09

Demnach gelte der Grundsatz: Wer bezahle, dem stehe eine Leistung zu - wer diese Leistung nicht bekomme, der bekomme das Geld zurück, sagte Sara Stalder, Geschäftsführerin des Schweizerischen Konsumentenschutzes, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Diese Regelung könne auch nicht durch das Kleingedruckte in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen abgeändert werden. In den meisten Fällen gelte eine Verjährungsfrist von zehn Jahren.

Der Konsumentenschutz habe seit Beginn der Pandemie sehr viele Anfragen von Konsumentinnen und Konsumenten dazu erhalten, ob sie bereits bezahlte Leistungen zurückfordern könnten, sagte Stalder. In einer Mitteilung vom Donnerstag berichtet die Organisation etwa von einem Fall, in dem es um eine Vorauszahlung von 600 Franken an eine Sprachreise ging. Der Anbieter habe zunächst nur 77 Franken zurückbezahlen wollen. Nachdem sich der Konsumentenschutz eingeschaltet habe, sei der volle Betrag zurückerstattet worden.

In den meisten Fällen in den vergangenen zwei Jahren sei es um bereits gebuchte Reisen, vorausbezahlte Fitness-Abos oder Tickets für Konzerte oder andere Events gegangen, erklärte Stalder. Aber auch Weiterbildungen seien oft ein Thema gewesen. Zu Beginn habe man den Konsumentinnen und Konsumenten noch geraten, wegen der Pandemie kulant zu sein. Die Anbieter hätten oftmals noch eine Gebühr zurückbehalten. Das gehe nun aber nun aber nicht mehr, da etwa viele Unternehmen vom Bund entschädigt worden seien.

Es gebe aber auch viele Anbieter, die die vorausbezahlten Leistungen zurückbezahlt hätten, sagte Stalder. Es lohne sich jedenfalls, hartnäckig zu sein. Zahlungen, die vor zwei Jahren geleistet worden seien, müssten nicht unbedingt abgeschrieben werden, lautet die Devise des Konsumentenschutzes.

(AWP)