Konzern-Steuertricks mit Lizenzen werden in Deutschland eingeschränkt

International agierende Unternehmen können ihre Steuerlast in Deutschland wohl bald nicht mehr durch Tricks mit Lizenzen senken. Künftig soll verhindert werden, dass Grosskonzerne Erträge, die sie mit Lizenzen oder Patenten machen, in Niedrigsteuerländer verlagern und so den zu besteuernden Gewinn kleinrechnen - ohne dass dort tatsächlich Forschung erfolgt. Der Bundestag billigte am Donnerstag mit grosser Mehrheit die sogenannte Lizenzschranke. Damit wird die steuerliche Abzugsmöglichkeit für Patente, Lizenzen, Konzessionen oder Markenrechte eingeschränkt, wenn die Einnahmen daraus ins Ausland fliessen und dort nicht oder kaum besteuert werden.
27.04.2017 13:15

Bisher können Unternehmen etwa Patente in Deutschland entwickeln, die entsprechenden Einnahmen aber in andere Länder verschieben, indem sie quasi Nutzungsgebühren an Töchter zahlen. Zahlreiche EU-Länder locken multinationale Konzerne über diese "Lizenz- oder Patentboxen" mit niedrigen Steuern für diese Einnahmen. Das führt zum Steuerwettbewerb zwischen Staaten.

Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) haben deshalb bereits vereinbart, dass ein Staat Unternehmen nur dann eine "Lizenzbox"-Regelung gewähren darf, wenn es in dem Land tatsächlich forscht und entwickelt und dafür effektiv Ausgaben getätigt hat./sl/DP/tos

(AWP)