Korr: Deutschland und Frankreich mit Verträgen für Luftkampfsystem

(Im 2. Absatz, letzter Satz, wurden die erwarteten Beschaffungs- und Betriebskosten korrigiert: 100 Milliarden rpt Milliarden) - Mehr als ein Militärjet: Deutschland und Frankreich wollen zusammen mit Spanien binnen 20 Jahren eine neue Generation Kampfflugzeug auf den Weg bringen. Für das Luftkampfsystem der Zukunft (FCAS) sollen am Montag auf der Luftfahrtausstellung im französischen Le Bourget die Verträge unterzeichnet werden. Dazu werde Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) dort ihre französische Amtskollegin Florence Parly treffen, teilte das Verteidigungsministerium in Berlin am Freitag mit.
14.06.2019 16:53

Das Luftkampfsystem FCAS soll ab 2040 einsatzfähig sein und aus bemannten und unbemannten Waffensystemen bestehen. Vereinfacht gesagt: Ein Kampfflugzeug begleitet von Drohnen oder Trägersystemen. Techniker sprechen von einem Systemverbund, für dessen Entwicklung schätzungsweise 8 Milliarden Euro fällig werden. Für Beschaffung und Betrieb werden Ausgaben von 100 Milliarden Euro genannt.

Von der Leyen und Parly wollen ein Rahmenabkommen unterschreiben ("Framework Agreement"), in dem Projektorganisation und Managementstrukturen festgelegt werden. Zudem soll ein sogenanntes erstes Durchführungsabkommen gezeichnet werden, mit dem Deutschland den Arbeiten an einer bis Ende 2021 geplanten Konzeptstudie beitritt. Kostenpunkt: 65 Millionen Euro. Frankreich und Deutschland wollen sich das teilen. Auch Spanien tritt dem Projekt in Le Bourget als vollwertiger dritter Partner bei, was den europäischen Charakter des Projekts unterstreicht.

Welche Anforderungen an das Luftkampfsystem zu stellen sind, soll bis 2027 entschieden werden, ab 2030 soll die Entwicklungsphase beginnen. Dazu werden auch Analysen der künftigen Bedrohungslage in Europa berücksichtigt.

Seit Jahren gibt es Forderungen, dass Deutschland und Frankreich bei grossen Rüstungsprojekten an einem Strang ziehen sollen - wegen der Kosten, aber auch um strategisch unabhängig zu bleiben und Waffensysteme selbst herstellen zu können. "In einer unsicherer werdenden Welt ist es deshalb auch wichtig, dass wir gemeinsam Vorsorge treffen", hatte von der Leyen erklärt.

Mit dem Projekt zeichnen sich Strukturen der künftigen Arbeitsteilung bei europäischen Rüstungsprojekten ab. So hat Deutschland etwa die Führung bei der zusammen mit Frankreich vorgesehenen Entwicklung eines gemeinsamen europäischen Kampfpanzers. Frankreich aber hat zunächst bei FCAS die Führung: Im Zentrum steht dabei der französische Hersteller Dassault Aviation. Auf deutscher Seite ist Airbus führend. Angesichts der enormen Investitionen ist das Projekt industriepolitisch überaus bedeutsam, aber auch für mittelständische Zuliefererfirmen wichtig./cn/DP/jha

(AWP)

 

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