Korr: Tsipras sieht Fortschritte: Athen will Teil der Lösung sein

(Die von Tsipras im ersten Absatz genannten Wachstumsprognosen beziehen sich auf die Jahre 2017 und 2018 - nicht 2016 und 2017)
16.12.2016 14:04

BERLIN (awp international) - Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat in Berlin für Unterstützung seines Reformkurses geworben. Griechenland wolle nicht mehr als Teil der Krise, sondern als Teil der Lösung wahrgenommen werden, sagte Tsipras am Freitag vor einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Es gebe beeindruckende Überschüsse, die gesetzten Ziele würden übertroffen, meinte Tsipras. Er verwies auf Prognosen, dass die griechische Wirtschaft im nächsten Jahr um 2,7 Prozent und 2018 um 3,1 Prozent zulegen könne.

Zuletzt hatte Tsipras aber die Geldgeber irritiert, weil Athen Sonderzahlungen an bedürftige Rentner vorbereitet. Tsipras soll dies nach Angaben aus der Euro-Gruppe nicht mit den Gläubigern abgesprochen haben. Kurzfristige Schuldenerleichterungen waren deshalb auf Eis gelegt worden. Tsipras äusserte sich in Berlin nur indirekt dazu. Man sollte nun an Hilfe für diejenigen denken, die im Namen Europas und der europäischen Stabilität grosse Opfer gebracht hätten.

Merkel hielt sich aus der Diskussion um die Rentengeschenke heraus. Sie betonte, die Entscheidungen seien bei den Institutionen (EZB, EU, IWF) in guten Händen. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums betonte, die angeforderte Analyse, ob die Rentenzahlungen den Sparauflagen widersprechen oder nicht, solle zeitnah vorliegen. Weiter offen ist, ob sich der Internationale Währungsfonds am dritten Athen-Rettungspaket beteiligt. Dies hatte der Bundestag gefordert./tb/DP/stk

(AWP)