Kostspielige Wahlversprechen - Italien bleibt beim Budgetvorschlag hartnäckig

Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte hält am umstrittenen Haushaltsentwurf seinen Landes für das nächste Jahr fest.
18.10.2018 07:05
Giuseppe Conte, Ministerpräsident Italiens.
Giuseppe Conte, Ministerpräsident Italiens.
Bild: Bloomberg

"Wir haben es (das Budget) sehr genau vorbereitet. Deshalb gibt es, glaube ich, keinen Spielraum für Änderungen", sagte Conte am Mittwoch vor einem EU-Gipfel in Brüssel. Andere EU-Regierungen äusserten sich trotz der Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen betont entspannt über die Planungen in Rom. Sie sei nicht besorgt, sagte Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite in Brüssel. "Italien muss sich Sorgen über das italienische Budget machen, nicht wir", sagte sie in Anspielung auf die Reaktion an den Finanzmärkten. Kanzlerin Angela Merkel hatte sich vor Beginn des Gipfels mit Conte getroffen.

Zur Finanzierung kostspieliger Wahlversprechen plant die Regierung aus rechter Lega und populistischer Fünf-Sterne-Bewegung für kommendes Jahr eine deutlich höhere Neuverschuldung als von der Vorgängerregierung in Aussicht gestellt. Das Defizit soll 2,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmachen - dreimal so viel wie ursprünglich vorgesehen. Die EU-Kommission kann das italienische Budget aber ablehnen. Es liegt seit Montag vor. EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger geht davon aus, dass der Haushaltsentwurf für 2019 nicht den Segen der Brüsseler Behörde erhält. Das sei seine persönlich Meinung, betonte der CDU-Politiker aber. Der italienische Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini kritisierte Oettinger. Man solle die italienische Regierung in Ruhe arbeiten lassen, schrieb er auf Facebook.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann äusserte sich kritisch zu den italienischen Plänen. Die EU-Kommission habe die jüngsten Budgetplanungen des Landes und den darin angelegten Regelverstoss zu Recht sehr kritisch kommentiert, sagte er am Mittwoch in Berlin auf dem Hauptstadtempfang der Bundesbank laut Redetext. Die öffentlichen Schulden würden dort seit Jahren 130 Prozent der Wirtschaftsleistung überschreiten. "Für das kommende Jahr verlangen die Regeln daher, dass in Italien deutlich konsolidiert wird."

(Reuters)