Krankenkassen zahlen neue Zelltherapien gegen Krebs

Krankenkassen vergüten ab sofort die sehr teuren CAR-T-Zelltherapien für Krebspatienten. Der Bundesrat hat am Freitag den entsprechenden Tarifvertrag genehmigt.
06.12.2019 13:01

Bei dieser Therapieform werden die weissen Blutkörperchen der Patientinnen und Patienten genetisch so verändert, dass sie die Krebszellen erkennen und angreifen. Die Therapieform ist neu, Novartis hat die Zulassung dafür erst 2018 erhalten.

Vertrag vertraulich

Die Kosten belaufen sich auf mehrere hunderttausend Franken. Schon bisher wurden diese im Einzelfall von den Krankenkassen übernommen wenn herkömmliche Therapien versagten. Der vom Bundesrat genehmigte Vertrag zwischen Spitälern und einzelnen Krankenkassen regelt die Vergütung nun generell. Um welche Krankenkassen es sich handelt, teilte das Bundesamt für Gesundheit nicht mit, da der Vertrag vertraulich behandelt wird.

Dieser gilt bis Ende 2020. Er gewähre den betroffenen Patientinnen und Patienten unverzüglich Zugang zu diesen Therapien, schreibt die Regierung. Die CAR-T-Zelltherapie wird heute gegen Leukämie und Lymphome eingesetzt.

Gleichzeitig hat der Bundesrat eine Aktualisierung der Tarifstruktur SwissDRG genehmigt. Mit dieser werden stationäre Leistungen in Spitälern und Geburtshäusern abgegolten. Die neue Version des Tarifs, die ab Anfang 2020 gilt, präzisiert die Vergütung bestimmter spezieller und kostenintensiver Leistungen in Form von Zusatzentgelten. Geändert werden auch die Regeln zur Abgeltung stationärer psychiatrischer Behandlungen mit leistungsbezogenen Tagespauschalen.

Erfolgreicher Eingriff

Ebenfalls am Freitag hat der Bundesrat einen Bericht zu einem 2018 vorgenommenen Tarifeingriff zur Kenntnis genommen. Zu diesem Mittel hatte die Regierung gegriffen, weil sich die Tarifpartner nicht über eine Revision des Ärztetarifs Tarmed einigen konnten, mit dem ambulante Leistungen vergütet werden.

Der Bundesrat strich daraufhin verschiedene Positionen zusammen, insbesondere zu Lasten der Spezialärzte. Die Folge davon ist ein markanter Kostenrückgang. Statt wie bisher um rund 400 Millionen Franken pro Jahr zu steigen seien die Kosten 2018 um 119 Millionen Franken gesunken, schreibt der Bundesrat in einer Mitteilung.

Das sei weitgehend auf den Tarifeingriff des Bundesrats zurückzuführen. Ebenfalls zurückgegangen sind die verrechneten Mengen, also die erbrachten Leistungen der Ärztinnen und Ärzte. Einschränkend stellt der Bundesrat fest, dass das Monitoring für das Jahr 2018 nur bedingt aussagekräftig sei. Die Abrechnungspraktiken müssten weiterhin beobachtet werden.

Bundesrat wartet ab

Einen erneuten Eingriff in die Tarifstruktur Tarmed hält der Bundesrat jedoch aktuell für unnötig. Es handele sich um eine Übergangslösung, bis die Tarifpartner sich auf eine gemeinsame Tarifstruktur geeinigt hätten.

Der Krankenkassenverband Curafutura und der Ärzteverband FMH hatten Mitte 2019 einen Vorschlag beim Bundesrat eingereicht. Dieser ist derzeit in Prüfung. Über das weitere Vorgehen will der Bundesrat im Lauf des nächsten Jahres entscheiden.

cf/

(AWP)

 

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