Krankenversicherer UnitedHealth gewinnt nach Obamacare-Ausstieg an Zuversicht

Der grösste US-Krankenversicherer UnitedHealth wird nach dem weitgehenden Rückzug aus dem Obamacare-Geschäft zuversichtlicher für den Rest des Jahres. Dank Zuwächsen in allen Geschäftsbereichen dürfte der Umsatz 2017 mit rund 200 Milliarden Dollar um ein bis drei Milliarden höher ausfallen als bisher gedacht, kündigte Konzernchef Stephen Hemsley am Dienstag in New York an. Auch der Gewinn je Aktie soll mit 9,10 bis 9,30 Dollar das bisherige Ziel von 8,75 bis 9,05 Dollar übertreffen. Das ist auch mehr als zuletzt von Analysten erwartet.
18.04.2017 12:39

Aus dem Geschäft mit Krankenversicherungsverträgen aus dem Obamacare-Programm, die über die vom vorigen US-Präsident Barack Obama initiierten Online-Marktplätze vermittelt werden, hat sich UnitedHealth nach herben Verlusten weitestgehend zurückgezogen. Obwohl dem Versicherer im ersten Quartal dadurch 765 000 Kunden abhanden kamen, konnte die Sparte UnitedHealthCare die Zahl ihrer Versicherten netto um 730 000 steigern. Der neue US-Präsident Donald Trump ist mit der angekündigten Abschaffung von Obamacare bisher an der Uneinigkeit in der eigenen Partei gescheitert.

UnitedHealth bietet neben dem Versicherungsgeschäft unter anderem Datenanalysen im Gesundheitssektor an und unterstützt Unternehmen mit Gesundheitsprogrammen für Mitarbeiter. Dieses Standbein gilt als besonders lukrativ.

Im ersten Quartal steigerte UnitedHealth den Umsatz um gut neun Prozent auf 48,7 Milliarden Dollar. Unter dem Strich stand ein Überschuss von fast 2,2 Milliarden Dollar, rund 35 Prozent mehr als ein Jahr zuvor./stw/jha/fbr

(AWP)