Kreise: Italien erwägt Staatshilfe für Problembank Monte dei Paschi di Siena

ROM (awp international) - Die italienische Regierung bereitet sich nach Informationen aus Kreisen auf eine neuerliche Rettungsaktion für die Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) vor. Es würden bereits Gespräche mit den europäischen Bankaufsichtsbehörden geführt, um für neue staatliche Hilfsgelder grünes Licht zu bekommen, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag eine mit den Plänen vertraute Person, die damit entsprechende Presseberichte bestätigte. Die Regierung wolle eine Sonderregel nutzen, die Staatshilfe für den Fall erlaubt, falls bei Stresstests der Behörden Kapitallücken auftreten. Am 29. Juli wollen die EU-Bankenaufsicht Eba und die Europäische Zentralbank (EZB) die Ergebnisse des diesjährigen Krisentests für die Branche vorlegen.
05.07.2016 16:19

"Der Brexit hat die Schwankungen einer ohnehin schon unsicheren Welt noch einmal erhöht", sagte der italienische Finanzminister Pier Carlo Padoan am Dienstag. "Die Aufgabe von Wirtschaftspolitik ist es, die kurzfristigen Instabilitäten zu minimieren." Laut der Zeitung "La Stampa" sieht der Rettungsplan für MPS den Verkauf von Wandelschuldverschreibungen an den Staat und eine Kapitalspritze von drei Milliarden Euro durch den bislang grösstenteils von der Branche selbst gefüllten Rettungsfonds Atlante vor.

MPS leidet besonders stark unter einem Berg fauler Kredite. Am Montag wurde bekannt, dass die EZB-Bankenaufseher nun einen drastischen Abbau verlangen. Dieser dürfte ohne eine neuerliche Kapitalerhöhung kaum gelingen. Die 1472 gegründete MPS gilt als älteste Bank der Welt. Doch seit der Finanzkrise hat sie sich nicht wirklich erholt - trotz mehrerer Kapitalerhöhungen und zweier Rettungsaktionen durch den Staat. Die Aktien der Bank setzten am Dienstag ihre Talfahrt fort. Bis zum Nachmittag verloren sie weitere zehn Prozent und haben damit in diesem Jahr schon drei Viertel an Wert verloren./enl/jha/men

(AWP)