Kreise: Italien will wegen Brexit 40 Milliarden Euro in Banken pumpen

ROM (awp international) - Nach dem Brexit-Votum will Italien Kreisen zufolge seine angeschlagenen Banken mit einer milliardenschweren Geldspritze stabilisieren. Die Regierung erwäge, den Instituten bis zu 40 Milliarden Euro etwa in Form von direktem Kapital oder Garantien zur Verfügung zu stellen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf einen Insider. Zuvor hatte bereits die Tageszeitung "Il Fatto Quotidiano" über die Pläne berichtet.
27.06.2016 10:25

Staaten können ihren Banken in Notlagen, die das ganze Finanzsystem bedrohen, mit direkten Hilfen unter die Arme greifen. Die italienische Regierung sieht nach dem britischen Votum für einen EU-Austritt den Berichten zufolge nun eine solche Ausnahmesituation.

In den Bilanzen der italienischen Banken haben sich während der Rezession der vergangenen Jahre faule Kredite im Volumen von geschätzt 360 Milliarden Euro angesammelt, bei denen fraglich ist, ob sie zurückgezahlt werden. Deshalb kämpfen italienische Banken bei Investoren mit grossem Misstrauen. Mit der Brexit-Entscheidung der Briten verschärfte sich die Lage. So gehörten Aktien von Italiens Banken europaweit zu den grössten Verlieren.

Das Misstrauen bremst zugleich die Vergabe neuer Kredite und damit auch die vorsichtige wirtschaftliche Erholung in der drittgrössten Volkswirtschaft der Eurozone. Im April einigte sich die Politik mit der Branche bereits auf die Einrichtung eines fünf Milliarden Euro schweren Fonds, der den Instituten bei der Abwicklung ihrer faulen Kredite helfen sollte. Doch bislang gelang es mit diesem Schritt nicht, dass Misstrauen zu bekämpfen./enl/stb

(AWP)