Kroatien tritt Schengen-Informationssystem bei

Kroatien hat eine weitere Hürde auf dem Weg zum vollwertigen Mitglied des Schengenraums genommen. Seit Dienstag ist das osteuropäische Land mit dem Schengen-Informationssystem (SIS) verbunden, wie die EU-Kommission mitteilte.
27.06.2017 16:09

Über die Datenbank können die Mitgliedstaaten Informationen zu gesuchten Verdächtigen im Zusammenhang mit Terrorismusvorwürfen oder schweren Straftaten austauschen. Laut Kommission dürften sich nun auch die Wartezeiten für Reisende an der Grenze zwischen Slowenien und Kroatien verringern.

Das Schengener Informationssystem ist eine zentrale Datenbank, die Kontrollen an den Schengen-Aussengrenzen sowie die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Strafverfolgungs- und Justizbehörden von insgesamt 29 Ländern erleichtern soll.

Es enthält derzeit rund 70 Millionen Einträge und wurde im Jahr 2015 2,9 Milliarden Mal abgefragt. Neben zur Fahndung ausgeschriebenen Verdächtigen können die Behörden darin auch vermisste Menschen, gestohlene Autos, Waffen oder Ausweispapiere aufnehmen.

Dem Schengenraum selbst gehören 26 Länder an, darunter auch die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein. Bürger können sich normalerweise ohne Grenzkontrollen zwischen den Mitgliedstaaten bewegen.

Auch die Wirtschaft profitiert: Güter können schneller und besser planbar zu Abnehmern gebracht werden. Einige Länder wie Kroatien wenden das Abkommen bislang nur teilweise an. Weitere Beitrittskandidaten sind Rumänien, Bulgarien und Zypern.

(AWP)