Labour-Chef Corbyn hält sich zu seinen Brexit-Plänen bedeckt

Der britische Oppositionsführer Jeremy Corbyn hält sich weiter bedeckt, wie er den Brexit gestalten will. Er sei leider nicht in der Regierung und führe nicht die Verhandlungen mit der Europäischen Union, sagte der Labour-Chef am Donnerstag nach einem Gespräch mit EU-Unterhändler Michel Barnier in Brüssel.
27.09.2018 19:01

Corbyn wiederholte lediglich, dass Labour auch nach dem britischen EU-Austritt Industriejobs und Lieferketten auf beiden Seiten des Ärmelkanals sichern, die Position von EU-Bürgern in Grossbritannien schützen und eine harte Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland verhindern wolle. Auch auf Nachfragen gab Corbyn keine Details preis. Barnier twitterte nach dem Treffen, er höre sich weiter alle Positionen zum Brexit an. Die EU wolle einen geordneten Austritt und eine ehrgeizige künftige Partnerschaft.

Corbyn gilt als EU-Skeptiker und hat eine klare Positionierung bisher vermieden. Seine Partei dringt jedoch auf eine enge Anbindung an die EU. Sie hat sechs Kriterien aufgestellt, die ein Brexit-Vertrag erfüllen soll. Dazu zählt, dass dieser "genau dieselben Vorteile" böte, die Grossbritannien derzeit als Mitglied des EU-Binnenmarkts und der Zollunion geniesst.

Grossbritannien will die EU am 29. März 2019 verlassen. Die britische Regierung unter Premierministerin Theresa May verhandelt seit mehr als einem Jahr über eine gütliche Trennung und will eigentlich bis Mitte Oktober einen Vertrag mit der EU vereinbaren. Zuletzt hatte May jedoch erklärt, die Verhandlungen befänden sich in der Sackgasse./vsr/DP/she

(AWP)