Lateinamerika - Brasilianischer Präsidentschaftskandidat niedergestochen

Einer der aussichtsreichen Präsidentschaftskandidaten in Brasilien ist bei einer Wahlkampfveranstaltung mit einem Messer angegriffen worden.
07.09.2018 06:18
Blick vom Zuckerhut auf Rio de Janeiro. In Brasilien kommt es am 7. Oktober zur ersten Runde der Präsidentschaftswahlen.
Blick vom Zuckerhut auf Rio de Janeiro. In Brasilien kommt es am 7. Oktober zur ersten Runde der Präsidentschaftswahlen.
Bild: pixabay.com

Jair Bolsonaro erlitt Verletzungen am Bauch, wie sein Sohn Falvio auf Twitter am Donnerstag mitteilte. Die Wunde sei aber nur oberflächlich und sein Vater erhole sich im Krankenhaus. Der Angreifer sei festgenommen worden, teilte die Polizei in Juiz de Fora mit.

Bolsonaro zählt zum rechten Lager und führt derzeit die Umfragen an. Die erste Runde am 7. Oktober dürfte er neuesten Erhebungen zufolge gewinnen. Bei einer Stichwahl dürfte er aber unterliegen. Der inhaftierte Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva darf bei der Wahl für das höchste Staatsamt nicht antreten. Das oberste Wahlgericht schloss ihn wegen seiner Verurteilung wegen Korruption aus und lehnte auch seine letzte Beschwerde am Donnerstag ab. Wie aus Parteikreisen verlautete, wird nun mit der Aufgabe Lulas gerechnet.

Keine Wahl seit der Rückkehr Brasiliens zur Demokratie vor 30 Jahren war so schwer einzuschätzen wie diese. Zahlreiche Politiker und Geschäftsmänner stehen unter Korruptionsverdacht, viele von ihnen mussten deshalb ins Gefängnis. Das hat das Vertrauen der Wähler erschüttert.

(Reuters)