Libyens Ölkonzern NOC fordert knapp eine Milliarde von BASF-Tochter Wintershall

Der BASF -Tochter Wintershall droht eine Milliardenforderung aus Libyen. Wegen gebrochener Vereinbarungen soll Deutschlands grösster Öl- und Gaskonzern in Libyen fast eine Milliarde Dollar zahlen. "Wintershall hat eine moralische Verpflichtung, seine Zusagen zu erfüllen", sagte Mustafa Sanalla, Chef des staatlichen libyschen Ölkonzerns NOC, dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe).
02.06.2017 08:13

Weil Wintershall seit dem 7. März dieses Jahres kein Öl mehr in Libyen fördert, will Sanalla Wintershall für den Verlust von Einnahmen haftbar machen, die dem libyschen Staat entgangen sein sollen. "Wir verlieren monatlich eine Viertelmilliarde Dollar durch den Förderstopp", erklärt Sanalla.

Zudem bezichtigt der NOC-Chef Wintershall, sich das Chaos in dem Bürgerkriegsland zunutze gemacht zu haben. Konkret soll Wintershall laut Sanalla an der Resolution 270 der libyschen Einheitsregierung mitgewirkt haben, die Wintershall weiterhin hohe Erträge aus dem Ölgeschäft zusichert. Wintershall bestreitet die Vorwürfe. "Wir haben uns stets vertragstreu verhalten und sind auch allen unseren Zahlungsverpflichtungen nachgekommen", sagte ein Unternehmenssprecher der Zeitung./she/men/stb

(AWP)