Liechtenstein will weiter Steuerschlupflöcher nutzen

Liechtenstein will ungeachtet des Drucks zahlreicher Staaten nicht auf Massnahmen zur Steuerminimierung verzichten, sagt der Regierungschef des Fürstentums.
28.08.2016 17:22
Blick auf das Zentrum der liechtensteinischen Hauptstadt Vaduz.
Blick auf das Zentrum der liechtensteinischen Hauptstadt Vaduz.
Bild: Pixabay

"Wenn Stiftungen genutzt werden, um Steuerschlupflöcher zu nutzen, sehe ich darin kein Problem, so lange es legal ist", sagte der Regierungschef des Fürstentums, Adrian Hasler, in einem Interview der "Welt am Sonntag".

Es sei zwar Interesse eines jeden Staates, dass er zu seinem Geld komme. Aber er sei dagegen, deshalb jegliche Privatsphäre aufzugeben. International tätigen Unternehmen will Hasler allerdings nicht beim Steuerdumping helfen: "Wir haben niedrige Steuern, aber wir bieten keine Konstrukte an, durch die Konzerne überhaupt keine Steuern zahlen müssen."

Liechtenstein unterstütze die Arbeit der Industriestaaten-Organisation OECD zur Bekämpfung der Steuervermeidungspraktiken grosser Unternehmen. "Für Steuerkonstruktionen wie die der Googles dieser Welt haben wir in Liechtenstein keinen Platz", so Hasler.

(AWP)