Litauen scheitert mit Milliarden-Klage gegen Gazprom

VILNIUS (awp international) - In einem Streit mit dem russischen Energiekonzern Gazprom ist eine Schadenersatzklage Litauens über knapp 1,5 Milliarden Euro gescheitert. Das Schiedsgericht in Stockholm konnte keine Vertragsverstösse feststellen, wie das Energieministerium in Vilnius am Mittwoch mitteilte.
22.06.2016 17:21

Ministerpräsident Algirdas Butkevicius und Energieminister Rokas Masiulis zeigten sich enttäuscht über die Entscheidung. Die Regierung des baltischen EU-Staats hatte Gazprom vorgeworfen, über seine litauische Tochter Lietuvos Dujos zwischen 2004 und 2012 Gas zu überhöhten Preisen an Litauen geliefert zu haben. Damit soll Gazprom gegen bestehende Vereinbarungen verstossen haben.

Litauen und der russische Gasriese streiten seit langem um die Öffnung des einst von Gazprom dominierten Energiemarktes in der Ex-Sowjetrepublik. So geht ein von der EU-Kommission eingeleitetes Verfahren wegen Monopolvorwürfen gegen das Unternehmen vorwiegend auf eine Beschwerde des Baltenstaats zurück.

Litauen bezog bis zur Eröffnung eines Flüssiggas-Terminals Anfang 2015 sein Gas vollständig aus Russland. Die hohe Abhängigkeit galt aus Sicht der litauischen Regierung als politisch bedenklich./awe/tjk/DP/men

(AWP)