Londons Chef-Unterhändler hat keine Angst vor No-Deal-Brexit

Die britische Regierung hat laut Chef-Unterhändler David Frost keine Angst vor einem möglichen Scheitern der Verhandlungen mit der EU über ein Anschlussabkommen nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs. Er sei sich völlig einig mit Premierminister Boris Johnson, dass Grossbritannien von einem sogenannten No-Deal-Brexit nichts zu befürchten habe, sagte er in einem Interview der "Mail on Sunday" kurz vor einer neuen Gesprächsrunde in dieser Woche. "Ich glaube nicht, dass uns das in irgendeiner Weise Angst einjagt", sagte Frost.
06.09.2020 14:36

Am Dienstag wird EU-Unterhändler Michel Barnier in London erwartet. Grossbritannien war Ende Januar aus der EU ausgetreten. In einer Übergangsfrist bis zum Jahresende gehört das Land aber noch zum EU-Binnenmarkt und zur Zollunion, so dass sich im Alltag fast noch nichts geändert hat. Gelingt kein Vertrag über die künftigen Beziehungen, könnte es Anfang 2021 zum harten wirtschaftlichen Bruch mit Zöllen und anderen Handelshemmnissen kommen.

"Wir werden kein abhängiger Staat werden. Wir machen keine Kompromisse bei dem Grundsatz, die Kontrolle über unsere eigenen Gesetze zu haben", sagte Frost. Die EU müsse begreifen, dass London es ernst meine und auf seine Unabhängigkeit als souveräne Nation poche. "Wir wollen die Macht bekommen, unsere Grenzen zu kontrollieren, und das ist das Wichtigste überhaupt", sagte Frost./blu/DP/fba

(AWP)