Lufthansa-Umbau: Swiss-Personal wünscht mehr Informationen

Zürich (awp/sda) - Der Mutterkonzern der Swiss befindet sich in der grössten Reorganisation der Firmengeschichte. Das Schweizer Personal wird wie Personalvertreter in der "Sonntagszeitung" beklagen, nur verzögert über Veränderungen informiert. Laut Swiss werden die Swiss-Sozialpartner allerdings einmal pro Quartal von der Geschäftsleitung empfangen.
28.02.2016 12:14

Wie die "Sonntagszeitung" schreibt, wurden Anfang Februar die deutschen Personalvertreter über Details der aktuellen Reorganisation in Kenntnis gesetzt. Kurz danach seien Mitte Februar die österreichischen Arbeitnehmervertreter auf den neusten Stand gebracht worden. Die Schweizer Personalvertreter hätten hingegen bis heute keine Informationen erhalten.

Kritik gegenüber dem Umgang der Lufthansa mit den Schweizer Sozialpartnern äusserten im Medienbericht namentlich, ein Sprecher des Pilotenverbandes Aeropers, der Präsident der Kabinenpersonalgewerkschaft Kapers und der Präsident der Bodenpersonalgewerkschaft SEV-Gata.

Kritisiert wird zudem, dass die Swiss Personalvertretung an den regelmässigen mehrtägigen Euro-Infotreffen nicht teilnehmen können. Die 2011 gegründete Plattform Euro-Info habe bei der Lufthansa die Funktion eines europäischen Betriebsrates. Ein nächstes Treffen soll Ende März stattfinden.

Laut Swiss betreffen die derzeit besprochenen Themen jedoch die gesetzlich verankerte deutsche/EU Mitbestimmung. Die Swiss-Gewerkschaften seien zudem mit den Schwester-Gewerkschaften bei der Lufthansa eng vernetzt, erklärte der Swiss-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

"Ein europäischer Betriebsrat ist bei Swiss keine Thema aufgrund unterschiedlicher gesetzlich verankerter Mitwirkungsregelungen je nach Land und je nach GAV", so der Swiss-Sprecher. Er betonte, dass die Sozialpartner einmal pro Quartal von der gesamten Swiss-Geschäftsleitung empfangen würden, um Aktualitäten aus erster Hand zu erfahren und zu besprechen.

Zudem seien pro Personalkategorie umfangreiche Mitwirkungsrechte in den GAVs verankert. Sobald Swiss-Arbeitnehmende auf Stufe GAV vom Konzernumbau betroffen wären, kämen die üblichen und gelebten Mitwirkungsrechte gemäss GAV zur Anwendung.

Mit ihrem Umbau will die Lufthansa jährlich rund 500 Millionen Euro einsparen. Nachdem unter dem Sparprogramm Score in den letzten Jahren bereits 2000 von 3500 angekündigten Stellen abgebaut wurden, sollen nun noch die restlichen 1500 Arbeitsplätze gestrichen werden.

(AWP)