Macron-Berater: Überschuldete Euro-Staaten nicht um jeden Preis retten

Der einflussreiche französische Politikberater Jean Pisani-Ferry hat sich für eine mögliche Insolvenz überschuldeter Staaten der Eurozone ausgesprochen. "Wir sollten uns etwas stärker auf die disziplinierende Wirkung der Marktkräfte verlassen, statt zu versuchen, die nationale Haushaltspolitik bis ins Detail aus Brüssel zu steuern", sagte der Ökonom, der als wichtiger Berater des französischen Präsidenten gilt, laut einem am Mittwoch veröffentlichten Vorabbericht der Wochenzeitung "Die Zeit". "In letzter Konsequenz könnte das auch darauf hinauslaufen, dass überschuldete Staaten nicht um jeden Preis gerettet werden, sondern die Besitzer der Staatsanleihen auf einen Teil ihres Einsatzes verzichten müssen."
11.10.2017 14:58

Pisani-Ferry hat das Wirtschaftsprogramm des Präsidenten Emmanuel Macron ausgearbeitet. Frankreich hat sich bislang gegen ein Insolvenzverfahren für Staaten zur Wehr gesetzt. In Deutschland dagegen gewinnt die Idee immer mehr Anhänger. Wie die Wochenzeitung weiter schreibt ist die FDP dafür und der scheidende Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ebenfalls. In den kommenden Wochen wollen Vertreter Deutschlands und Frankreichs über mögliche Reformen der Euro-Zone sprechen./jkr/tos/jha/

(AWP)