Macron will als Präsident 60 Milliarden Euro einsparen

Der französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron hat die wirtschaftspolitischen Grundzüge seines Wahlprogramms vorgestellt: Er will im Fall eines Wahlsiegs 60 Milliarden Euro einsparen und 120'000 Stellen im öffentlichen Dienst streichen.
24.02.2017 11:02

Zugleich plant der parteilose Ex-Wirtschaftsminister über die kommenden fünf Jahre öffentliche Investitionen in Höhe von 50 Milliarden Euro, wie er der Wirtschaftszeitung "Les Echos" vom Freitag sagte.

Der 39-Jährige versprach, das 3-Prozent-Defizitziel einhalten zu wollen. Unter anderem will der sozialliberale Reformpolitiker dazu im Sozialbereich 25 Milliarden Euro einsparen: Bei der Krankenversicherung sollen es über fünf Jahre 15 Milliarden Euro sein, bei der Arbeitslosenversicherung zehn Milliarden Euro. Nicht kürzen will Macron bei Familienleistungen und Renten.

Zugleich schweben dem aufstrebenden Politik-Jungstar Milliarden-Investitionen in die Berufsausbildung und die Energiewende bevor. In beide Bereiche will er jeweils 15 Milliarden Euro investieren, das sind die grössten Posten seines 50 Milliarden Euro schweren Investitionsplans.

Der frühere Wirtschaftsminister unter Staatschef François Hollande hat mit seiner Präsidentschaftskandidatur für Furore gesorgt und gilt als ernsthafter Anwärter auf den Elysée-Palast. Aktuelle Umfragen sehen den Pro-Europäer für die erste Wahlrunde am 23. April auf dem zweiten Platz, hinter der Rechtsextremen Marine Le Pen und vor dem konservativen Kandidaten François Fillon. In der Stichwahl würde er Le Pen klar besiegen.

Kritiker werfen Macron aber immer wieder vor, bei seinen Aussagen sehr vage zu bleiben und kein wirkliches Wahlprogramm zu haben. Mit der Vorstellung der Eckpunkte seines Wirtschaftsprogramms wollte der 39-Jährige am Freitag gegensteuern.

(AWP)