Macron will bei Gipfel auf Korsika über Erdgasstreit beraten

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron will an diesem Donnerstag bei einem informellen Gipfeltreffen mit sechs südlichen EU-Staaten über den Streit um die Erdgassuche im östlichen Mittelmeer beraten. Der 42-Jährige sei für einen "anspruchsvollen Dialog" der Europäer mit dem Nato-Partner Türkei und fordere von seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan vor allem Klarheit. Das verlautete am Dienstag aus Kreisen des Pariser Präsidialamtes. Zu dem Toptreffen auf Korsika sind Staats- und Regierungschefs aus Griechenland, Zypern, Malta, Italien, Spanien und Portugal eingeladen.
08.09.2020 17:42

Im östlichen Mittelmeer eskaliert der Streit zwischen Griechenland und der Türkei sowie zwischen der Türkei und Zypern. Griechenland bezichtigt die Türkei, vor griechischen Inseln illegal Erdgasvorkommen zu erkunden. Die Regierung in Ankara weist die Vorwürfe zurück und vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer zum türkischen Festlandsockel gehören. Bei Militärmanövern war es zuletzt sogar zu einer Kollision zwischen einem griechischen und einem türkischen Kriegsschiff gekommen.

Macron will unmittelbar vor dem Treffen in der korsischen Inselhauptstadt Ajaccio den griechischen Regierungschef Kyriakos Mitsotakis empfangen. Macron hatte bereits im vergangenen Monat angekündigt, die französische Militärpräsenz im östlichen Mittelmeer vorübergehend zu verstärken. Paris verbindet mit Athen eine Militärpartnerschaft. Zuletzt wurde darüber spekuliert, dass Griechenland französische Rafale-Kampfflugzeuge kaufen könnte. Bestätigt wurde das bisher nicht. Es gebe ein "kollektives Interesse" der Europäer daran, die Beziehung zu Ankara zu stabilisieren und zu klären - denn die Türkei sei ein wichtiger Partner der EU, hiess es in Paris. Weitere Themen des Gipfels sind die Lage im bürgerkriegserschütterten Libyen und die Migration im Mittelmeergebiet./cb/DP/jha

(AWP)