Manor kämpft für Standort Bahnhofstrasse Zürich vor Bundesgericht

Der Streit um das Warenhaus Manor an der Zürcher Bahnhofstrasse geht in die nächste Runde: Manor zieht das Urteil des Zürcher Handelsgerichts von Anfang Juni ans Bundesgericht weiter.
30.06.2017 14:18

Das Urteil werde weitergezogen, da sich das Gericht nur mit rein formalen Überlegungen befasst hatte. Manor setze alles daran, langfristig an der Bahnhofstrasse zu bleiben. Das Warenhaus bestätigte am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda eine entsprechende Meldung des "Regionaljournal Zürich-Schaffhausen" von Radio SRF.

Das Handelsgericht hatte die Klage von Manor gegen die Hausbesitzerin Swiss Life aus formalen Gründen abgewiesen, denn Manor hatte die Klage zuerst an einem falschen Ort eingereicht.

Der Kläger kann in einem solchen Fall zwar innerhalb eines Monats die identische Klage erneut einreichen - bei Manor war die Klageschrift aber "erheblich erweitert". Das Handelsgericht trat deshalb auf die Klage inhaltlich gar nicht ein.

Beim jahrelangen Streit geht es um die Weitervermietung des Warenhauses an der Bahnhofstrasse in Zürich. Der Mietvertrag zwischen Manor und Swiss Life wäre eigentlich Ende Januar 2014 ausgelaufen.

Manor machte in einer im Juni 2015 eingereichten Klage vor Handelsgericht aber geltend, einen vertraglichen Anspruch für die Weitervermietung bis Januar 2019 zu haben - zu einem marktüblichen Mietzins. Denn den von Swiss Life offerierten Mietzins erachtete die Manor AG als zu hoch. Die Vermieterin hingegen ist der Meinung, eine vertragskonforme Offerte unterbreitet zu haben.

Mit Fragen einer allfälligen Erstreckung des Mietverhältnisses musste sich das Handelsgericht jedoch nicht befassen, denn das entsprechende Erstreckungsverfahren ist noch vor Obergericht hängig: Swiss Life zog ein Urteil vom Mietgericht vom Februar weiter. Dieses hatte damals entschieden, dass die Hausbesitzerin Swiss Life dem Warenhaus gar nicht rechtsgültig gekündigt hatte.

Der Versicherungskonzern Swiss Life will das traditionsreiche Gebäude an der Bahnhofstrasse umbauen und umnutzen: Die Verkaufsflächen vom ersten Unter- bis ins erste Obergeschoss sollen künftig von Boutiquen genutzt werden, die darüber liegenden Geschosse als private Büroräume.

mk

(AWP)