Mehr Geburten und weniger Todesfälle im Jahr 2016

In der Schweiz sind vergangenes Jahr 87'900 Kinder zur Welt gekommen, so viele wie nie mehr seit 45 Jahren. Die Lebenserwartung steigt weiter an, vor allem bei den Männern.
29.06.2017 13:23

Im Vergleich zum Vorjahr nahm 2016 die Zahl der Lebendgeburten um 1,5% zu, wie die am Donnerstag publizierten definitiven Ergebnisse der Statistik der natürlichen Bevölkerungsentwicklung zeigen. In seinen provisorischen Zahlen war das Bundesamt für Statistik (BFS) noch von einem Rückgang der Geburten ausgegangen.

Mehr Neugeborene als 2016 gab es mit 91'300 Kindern letztmals 1972. Damals neigte sich in der Schweiz der Babyboom dem Ende zu, der Mitte der 1960er-Jahre mit jeweils über 110'000 Lebendgeburten seinen Höhepunkt erreicht hatte.

Die Zahl der Todesfälle sank zwischen 2015 und 2016 von 67'600 auf 65'000, was einem Minus von 3,9% entspricht. Damit wuchs der Geburtenüberschuss, also die Differenz zwischen Geburten und Todesfällen, auf 22'900 Personen. Das ist der höchste Stand seit 25 Jahren. Der Geburtenüberschuss ist neben der Zuwanderung der zweite Treiber des Bevölkerungswachstums.

MÜTTER IMMER ÄLTER

Mehr Neugeborene gab es im vergangenen Jahr vor allem bei ausländischen Staatsangehörigen. Von einem neuerlichen Babyboom kann aber gemäss BFS nicht gesprochen werden. Vielmehr hänge die Entwicklung mit der wachsenden Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter zusammen. Die Geburtenziffer blieb denn auch stabil bei 1,5 Kindern pro Frau.

Das Durchschnittsalter der Mutter bei der Geburt ihres ersten Kindes stieg hingegen weiter an und lag 2016 bei 30,8 Jahren (2015: 30,7). Seit 2001 beträgt das Plus fast zwei Jahre. Die beiden ältesten Mütter des Landes kamen letztes Jahr aus den Kantonen Zürich und Neuenburg und zählten beide 59 Jahre.

Drei Viertel der Kinder werden in der Schweiz nach wie vor im Rahmen einer Ehe geboren. Der Anteil der nichtehelichen Geburten nimmt aber zu, im Jahr 2016 um 7,5% auf 21'300. Parallel dazu verläuft die Zahl der Vaterschaftsanerkennungen. Sie erhöhte sich letztes Jahr um 4,6% auf 20'400 Fälle.

STEIGENDE LEBENSERWARTUNG

2015 war es wegen der Grippe und des Hitzesommers zu einem starken Anstieg der Todesfälle gekommen. Damit verbunden war ein Rückgang der Lebenserwartung. 2016 hat diese wieder zugenommen. Bei den Männern stieg sie bei Geburt von 80,7 im Vorjahr auf 81,5 Jahre, bei den Frauen von 84,9 auf 85,3 Jahre.

Der Geschlechtsunterschied bei der Lebenserwartung hat sich weiter verringert und betrug 2016 noch 3,8 Jahre, im Jahr 2001 waren es noch 5,7 Jahre. Die verbleibende Lebenserwartung im Alter von 65 liegt für Männer aktuell bei 19,8 Jahren, für Frauen bei 22,6 Jahren. Damit hat sie sich seit 2001 bei den Männern stärker erhöht (+2,5 Jahre) als bei den Frauen (+1,5 Jahre).

MEHR HEIRATEN UND SCHEIDUNGEN

Anders als es die provisorischen Zahlen erwarten liessen, nahmen 2016 auch die Heiraten und Scheidungen zu. So wurden 41'600 Ehen geschlossen, 0,5% mehr als 2015. Einzig schweizerische Staatsangehörige gaben sich etwas weniger (-0,2%) das Ja-Wort.

Etwas mehr als 700 gleichgeschlechtliche Paare entschieden sich für eine eingetragene Partnerschaft, was einem Plus von 4% entspricht. Bei den Männern gab es ein Anstieg um 14% oder 62 Paare, bei den Frauen hingegen einen Rückgang um 13% oder 34 Paare.

Geschieden wurden 2016 gut 17'000 Ehen (+0,4%). Bei Fortsetzung der beobachteten Trends kann laut BFS davon ausgegangen werden, dass zwei von fünf Ehen eines Tages geschieden werden.

ra/

(AWP)