Mehr US-Rindfleisch für Japan: Neues Handelsabkommen abgeschlossen

Die USA und Japan haben ein neues Handelsabkommen für die Sektoren Landwirtschaft und Digitales abgeschlossen, um den gegenseitigen Warenaustausch weiter anzukurbeln. Die USA könnten dank niedrigerer oder abgeschaffter Zölle bald zusätzliche Produkte wie Rindfleisch, Mais, Weizen und Wein im Wert von insgesamt sieben Milliarden US-Dollar nach Japan exportieren, erklärte US-Präsident Donald Trump am Mittwoch bei der Unterzeichnung des Abkommens in New York. Dies sei ein "grosser Sieg" für US-Landwirte, so Trump.
25.09.2019 19:44

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sprach bei der Unterzeichnung von einem für beide Seiten vorteilhaften Abkommen. Trump sagte, auch im Bereich digitale Wirtschaft seien "gewaltige" Fortschritte erzielt worden. Beide Seiten einigten sich demnach unter anderem darauf, keine Zölle auf elektronische Produkte wie Software, e-Books, Spiele und Musik zu erheben. Trump erklärte, das Abkommen werde das US-Handelsdefizit mit Japan deutlich senken.

Die nach rund sechs Monaten Verhandlungen abgeschlossenen Verträge regelten indes nicht die gesamten Handelsbeziehungen. Auf ein Abkommen, das zum Beispiel auch den wichtigen Automobilsektor einschliessen würde, konnte man sich bislang noch nicht einigen. Die US-Regierung hat Japan mit hohen Strafzöllen auf Autoimporte gedroht.

Das Handelsvolumen der beiden Staaten belief sich 2018 nach US-Angaben auf rund 300 Milliarden US-Dollar. Mit einem Warenaustausch in Höhe von 218 Milliarden US-Dollar war Japan für die USA der viertgrösste Handelspartner. Das Handelsbilanzdefizit belief sich demnach 2018 auf knapp 70 Milliarden Dollar. Mit Exporten im Wert von 13 Milliarden US-Dollar war Japan 2018 der drittgrösste Exportmarkt für amerikanische Landwirtschaftsprodukte. Die USA importierten aus Japan insgesamt Waren im Wert von 143 Milliarden Dollar, darunter vor allem Autos, Maschinen und Elektrogeräte.

Trump hat vor mehr als einem Jahr einen Handelskrieg mit China angezettelt. Dieser Konflikt bremst in den beiden Staaten und auch weltweit das Wachstum. Auch der EU droht Trump mit neuen Strafzöllen./jbz/DP/he

(AWP)