Mehr Verdachtsfälle auf Schwarzarbeit festgestellt

In der Schweiz haben die Verdachtsfälle auf Schwarzarbeit zugenommen. Die Inspektoren würden heute noch gezielter gegen Schwarzarbeit vorgehen und dort Kontrollen durchführen, wo das Risiko am grössten sei, teilte das SECO am Donnerstag mit.
15.06.2017 14:44

Die Zahl der Verdachtsmomente gegen Melde- und Bewilligungspflichten sei im Bereich des Sozialversicherungs-, des Ausländer- und des Quellensteuerrechts im Jahr 2016 gestiegen, schreibt das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) weiter.

Ein vermuteter Verstoss liegt vor, wenn das Kontrollorgan nach Durchführung seiner Abklärungen den Verdacht hat, dass ein Betrieb oder eine Person gegen den Kontrollgegenstand verstossen hat und den Fall den zuständigen Behörden und Organisationen weiterleitet.

Im Sozialversicherungsrecht nahmen die Verdachtsfälle auf Schwarzarbeit um zwölf Prozent auf 6477 zu. Im Ausländerrecht stieg die Anzahl der Verdachtsmomente um 13,5 Prozent auf 4875. Im Quellensteuerrecht wurden 3746 Verdachtsmeldungen verzeichnet, neun Prozent mehr als im Vorjahr.

Bei den Rückmeldungen über getroffene Massnahmen und verhängte Sanktionen wurde im Sozialversicherungsrecht ein Anstieg um 19 Prozent auf 779 Fälle verzeichnet. Im Quellensteuerrecht resultierte eine Zunahme um 47 Prozent auf 637. Wie schon in den Jahren 2014 und 2015 nahmen die Rückmeldungen im Jahr 2016 im Ausländerrecht im Vergleich zum Vorjahr ab, nämlich um zehn Prozent auf 1951. Die Abnahme bei den Rückmeldungen fiel allerdings weniger hoch aus als im Vorjahr, während die Verdachtsmomente wieder gestiegen seien.

Die Zunahmen könnten seinerseits auf einen Anstieg der Verdachtsmeldungen aus der Bevölkerung und von den Spezialbehörden an das Kontrollorgan oder auf die jährlich neu festgelegten Kontrollstrategien der Kantone zurückgeführt werden, schreibt das SECO weiter.

Im vergangenen Jahr hätten die kantonalen Inspektoren total 12'075 Betriebs- und 35'440 Personenkontrollen durchgeführt. Die Zahl der Betriebskontrollen sowie die Zahl der Personenkontrollen hätten damit um 8,1 beziehungsweise 11,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr abgenommen.

(AWP)