Mehrkosten durch MiFID II - Fondsmanager wollen Research-Aufwand übernehmen

Vermögensverwalter lassen sich allmählich in die Karten blicken, ob sie die Kosten von Research absorbieren werden, wenn im Januar neue europäische Vorschriften in Kraft treten. Eine Übersicht.
09.09.2017 03:26
Wer bezahlt für die Research-Kosten?
Wer bezahlt für die Research-Kosten?
Bild: Pixabay

Bisher übernehmen die meisten von ihnen die Kosten, statt sie an die Kunden weiterzugeben. Die Überarbeitung der Richtlinie der Europäischen Union über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID II), die die Märkte fairer und transparenter machen soll, zwingt Vermögensverwalter getrennt für Research- und Handelsdienstleistungen zu zahlen, die sie von den Banken erhalten. Das - so hoffen die Aufsichtsbehörden - werde gewährleisten, dass sie im besten Interesse ihrer Kunden handeln, statt durch das Angebot von kostenlosem Analyse-Material gelockt zu werden.

Nur ein Bruchteil der ca. 4000 in Europa tätigen Vermögensverwalter haben öffentlich erklärt, was sie tun werden. Grössere Firmen zeigen eine Bereitschaft zur Übernahme der Kosten für Analystenberichte, was ihre finanzielle Stärke widerspiegelt und den Wunsch, zusätzliche Verwaltungsarbeit zu vermeiden. Jupiter Asset Management, die 61 Mrd. Dollar verwaltet, erwartet, dass sie etwa 5 Mio. Pfund (5,47 Mio €) pro Jahr für Research von anderen Unternehmen ausgeben wird. Die Vanguard Group schätzt, dass die Analysen die Gesellschaft weniger als 5 Mio. Dollar pro Jahr kosten werden.

Unternehmen, welche die Research-Kosten übernehmen wollen:

  • Aberdeen Asset Management (verwaltetes Kapital von 403 Mrd. Dollar) *
  • Allianz Global Investors (594 Mrd. Dollar)
  • Baillie Gifford (217 Mrd. Dollar)
  • Brooks MacDonald (14 Mrd. Dollar)
  • Blue Bay (52 Mrd. Dollar)
  • Charles Stanley (26 Mrd. Dollar)
  • Hermes (39 Mrd. Dollar)
  • M&G (368 Mrd. Dollar)
  • JPMorgan Asset Management (1,9 Mrd. Dollar)
  • J.O. Hambro Capital Management (38 Mrd. Dollar)
  • Jupiter (61 Mrd. Dollar)
  • Kempen (58 Mrd. Dollar)
  • NN Investment Partners (293 Mrd. Dollar)
  • Nomura Asset Management (435 Mrd. Dollar)
  • Northern Trust (1 Bio. Dollar)
  • Rathbone (48 Mrd. Dollar)
  • Robeco (175 Mrd. Dollar)
  • Russell Investments (277 Mrd. Dollar)
  • TwentyFour Asset Management (13,2 Mrd. Dollar)
  • T Rowe Preis (904 Mrd. Dollar)
  • Unigestion (24 Mrd. Dollar)
  • Vanguard (4,4 Billionen Dollar)
  • Woodford Investment Management (23 Mrd. Dollar)

* Zahl für Aberdeen Asset Management per 31. März vor der Fusion mit Standard Life

Unternehmen, die die Kosten an ihre Kunden weitergeben wollen:

  • Amundi (1,3 Bio. Dollar)
  • Carmignac (73 Mrd. Dollar)
  • Invesco (877 Mrd. Dollar) **
  • Man Group (96 Mrd. Dollar)
  • Schroders (546 Mrd. Dollar)
  • Union Investment (370 Mrd. Dollar)

** Invesco sagt, dass die Präferenz dahin geht, die Kosten den Kunden in Rechnung zu stellen, jedoch unterliegt die Entscheidung rechtlichen und aufsichtsrechtlichen Fragen, die noch gelöst werden müssen.

(Bloomberg)