Merkel setzt auf Freihandelspakt mit Südamerika

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) setzt sich mit Nachdruck für ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem südamerikanischen Mercosur-Bund ein. "Deutschland unterstützt den Wunsch Argentiniens, schnell ein Abkommen zu erzielen", sagte Merkel am Donnerstag in Buenos Aires.
08.06.2017 21:54

"Unsere Erfahrung ist, dass alle abgeschlossenen Handelsabkommen immer ein Mehr an Arbeitsplätzen gebracht haben und daher auch mehr Wohlstand für die Menschen." Da unter US-Präsident Donald Trump das TTIP-Abkommen zwischen EU und USA auf Eis liegt, könnte das EU-Mercosur-Abkommen mit einem rund 800 Millionen Menschen umfassenden zollfreien Markt den Handel mit Südamerika stärken.

Merkel begrüsste auf einer Pressekonferenz mit Staatschef Mauricio Macri die Öffnungspolitik, die seine Regierung vorantreibe. "Wir bekennen uns gemeinsam zu freiem Handel", sagte Merkel. Für den 1991 gegründeten gemeinsamen Markt des Südens (Mercosur) mit den Vollmitgliedern Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay (Venezuela wurde suspendiert) ist die EU mit Ausfuhren in Höhe von rund 110 Milliarden Euro im Jahr der wichtigste Handelspartner.

Erste Verhandlungen begannen schon 1999. Bei der EU hakte es immer wieder an dem Widerstand Frankreichs gegen eine Öffnung für die südamerikanischen Agrarexporte, insbesondere für Fleisch./jg/ir/DP/he

(AWP)