Merkel: Weltweite Konjunkturverlangsamung trifft auch Arbeitsmärkte

Die weltweite Verlangsamung des Wirtschaftswachstums wird sich nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) absehbar auch auf die Arbeitsmärkte auswirken. Von dieser Entwicklung seien auch mehr und mehr Entwicklungsländer betroffen, sagte Merkel am Dienstagabend in Berlin am Rande eines regelmässigen Treffens mit den wichtigsten internationalen Finanz- und Wirtschaftsorganisationen. Sie wies zugleich darauf hin, dass nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in vielen Ländern der private Konsum das Wachstum noch trage, so wie in Deutschland.
02.10.2019 09:57

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China führe weiterhin zu Verunsicherung, ebenso wie die Tatsache, dass der Brexit noch nicht vollzogen sei, sagte Merkel und fügte hinzu, die Bundesregierung hoffe auf einen geregelten Austritt Grossbritanniens aus der EU. Nach ihren Worten geraten die multilateralen Institutionen in dieser Lage bei der Beschlussfassung unter Druck, weil sie nicht so schnell auf weltweite Veränderungen reagieren können, wie es nötig wäre.

Die Kanzlerin sagte der Weltbank zu, dass Deutschland sie bei ihrem Engagement zur Bewältigung des Klimawandels unterstützen will. Weltbankpräsident David Malpass unterstrich seinerseits, dass seine Organisation für Klima und Umweltfragen 200 Milliarden US-Dollar (183 Mrd. Euro) in die Hand nehmen will. Die Weltbank sehe sich dem Thema weiter verpflichtet.

Merkel bekannte sich auch bei diesem Treffen zur multilateralen Zusammenarbeit. Diese sei zwar nicht vollkommen, aber besser als nationaler Protektionismus, machte sie deutlich. Sie plädierte erneut für eine Reform der Welthandelsorganisation (WTO). WTO-Generalsekretär Roberto Azevedo sicherte Reformen zu. Die WTO wolle ihr System so ausrichten, dass es schneller auf weltwirtschaftliche Veränderungen reagieren könne.

Merkel und der Generalsekretär der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, Guy Ryder, kritisierten, dass 25 Prozent der Kinderarbeit verbunden seien mit der globalen Wertschöpfungskette. Davon profitierten also auch reiche Länder, sagte Merkel./rm/DP/zb

(AWP)