Mitten in der Krise: Argentinischer Notenbankchef tritt zurück

(Ausführliche Fassung) - Mitten in einer schweren Währungskrise ist der argentinische Notenbankchef Luis Caputo nach nur drei Monaten im Amt zurückgetreten. Der Rücktritt erfolge aus persönlichen Gründen, hiess es in einer am Dienstag verbreiteten Erklärung. Nachfolger soll der Ökonom Guido Sandleris werden, wie das Präsidentenbüro mitteilte. Die Finanzmärkte Argentiniens reagierten verschreckt auf den Personalwechsel.
25.09.2018 16:55

Der argentinische Peso gab nach Bekanntwerden der Personalie deutlich nach. Zum US-Dollar verlor er mehr als drei Prozent. Die Kurse an der argentinischen Aktienbörse rutschten zu Handelsbeginn ebenfalls ab. Die Risikoaufschläge argentinischer Staatsanleihen stiegen ebenso an wie die Prämien für Ausfallversicherungen auf argentinische Staatsanleihen (CDS).

Der Rücktritt Caputos kommt für Argentinien zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die Wirtschaft des Landes springt trotz der liberalen Wirtschaftspolitik der Regierung von Präsident Mauricio Macri nicht an. Vielmehr befindet sich das Land in einer tiefen Währungskrise mit hohen Inflationsraten. Der argentinische Peso hat dramatisch an Wert verloren, weshalb die Notenbank des Landes ihren Leitzins bis auf 60 Prozent angehoben hat.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist dem Land mittlerweile mit neuen Krediten in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar beigesprungen. Er hoffe, dass die neue Vereinbarung mit dem IWF Vertrauen in das Land wieder herstelle, hiess es in einer Mitteilung zum Rücktritt Caputos. Der 53-jährige Ökonom war vor seiner Zeit als Notenbankchef Finanzminister gewesen. Als Präsident der Zentralbank galt er als eine der Schlüsselfiguren in der Währungskrise des Landes./bgf/jkr/he

(AWP)