Monte dei Paschi-Gläubiger wandeln Schuldtitel über eine Milliarde in Aktien

SIENA (awp international) - Die angeschlagene italienische Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) hat Rückendeckung von einem Teil der Anleihegläubiger erhalten. Gläubiger mit einem Volumen von mehr als einer Milliarde Euro hätten einer Umwandlung der nachrangigen Schuldtitel in Aktien zugestimmt, teilte das Bankhaus am Freitag nach vorläufigen Berechnungen mit. Insgesamt war ein Volumen von 4,3 Milliarden Euro zum Tausch angeboten worden. Endgültige Ergebnisse will die Bank am Montag vorlegen.
02.12.2016 21:17

Die italienische Regierung bereitet einem Pressebericht zufolge unterdessen eine staatliche Rettungsaktion für die angeschlagene Bank vor. Italien habe bei der EU bereits einen Antrag auf Staatshilfe eingereicht, berichtete die Zeitung "Corriere della Sera" am Freitag. Finanzminister Pier Carlo Padoan suche in Brüssel nach einem Weg, dem Institut unter die Arme zu greifen, ohne europäische Regeln zu brechen. Offiziell wollte niemand den Bericht bestätigen.

Die drittgrösste italienische Bank leidet vor allem unter faulen Krediten im Umfang von 28 Milliarden Euro. Um sich aus dem Schlamassel zu befreien, hat das 1472 gegründete Institut im Sommer einen Rettungsplan gestrickt, der unter anderem die Beschaffung von 5 Milliarden Euro frischem Geld unter anderem durch die Umwandlung von Schulden in Eigenkapital vorsieht. Grösster Unsicherheitsfaktor ist dabei das anstehende italienische Verfassungsreferendum am Wochenende. Sollte Ministerpräsident Matteo Renzi mit seinen Reformen scheitern, drohen erhebliche Turbulenzen an der Börse./jha/tih

(AWP)