Moody's zahlt 864 Millionen Dollar wegen geschönter Ratings

Die Ratingagentur Moody's ist von zweifelhaften Kreditbewertungen aus der Zeit der Finanzkrise eingeholt worden. Im Rahmen eines Vergleichs mit US-Behörden werde man 864 Millionen Dollar (812 Mio Euro) zahlen, teilte das Unternehmen am Freitagabend (Ortszeit) mit. 437,5 Millionen Dollar gehen als Bussgeld an das Justizministerium und weitere 426,3 Millionen an 20 US-Bundesstaaten. Die Einigung umfasse zudem erhebliche Massnahmen, um die Integrität, Unabhängigkeit und Qualität der Kreditbewertungen zu stärken.
15.01.2017 14:29

Moody's wird vorgeworfen, das Risiko strukturierter Wertpapiere zum eigenen Geschäftsvorteil nicht ausreichend berücksichtigt zu haben. Nach dem Einbruch des US-Häusermarktes Ende 2007 hatten viele solcher Papiere massiv an Wert eingebüsst, was zu heftigen Turbulenzen an den Finanzmärkten führte und als ein Grund für die tiefe Rezession der Folgejahre gilt. Trotzdem betont Moody's, keine Gesetzesverstösse begangen zu haben und hinter seinen Ratings zu stehen.

Der grössere Rivale Standard & Poor's hatte bereits im Februar 2015 einen ähnlichen Vergleich geschlossen. S&P zahlte damals ingesamt 1,4 Milliarden Dollar an das Justizministerium und an Bundesstaaten, um sich von einem Verfahren um frisierte Bonitätsnoten für Wertpapiere freizukaufen, die in der Finanzkrise zu Brandbeschleunigern wurden. Weitere rund 200 Millionen Dollar zahlte das Unternehmen an den kalifornischen Pensionsfonds Calpers und die US-Börsenaufsicht./hbr/DP/he

(AWP)