Mugabes Erbe - Zimbabwe: Rohstoff-Krösus und Krisenland

Mit der Machtübernahme des Militärs ist die jahrzehntelange Herrschaft des 93-jährigen Robert Mugabe zu Ende - in einem Land, das über riesige Vorkommen an Gold, Nickel, Chrom, Kupfer und vieles mehr verfügt.
18.11.2017 07:45
Blick auf die zimbabwische Hauptstadt Harare, dem früheren Salisbury.
Blick auf die zimbabwische Hauptstadt Harare, dem früheren Salisbury.
Bild: Pixabay

Zimbabwe ist eines der rohstoffreichsten Länder Afrikas. Die Platin- und Diamanten-Vorkommen gehören zu den grössten der Welt. Allerdings: Politische Unsicherheiten machen es für Investoren risikoreich, sich dort zu engagieren. Und doch - neben westlichen Bergbaugesellschaften investieren auch Konzerne aus Russland und vor allem China in Zimbabwe. Die Chinesen etwa nahmen viel Geld in die Hand für Grossvorhaben bei der Kohle.

"Trotz des angeschlagenen Investitionsklimas bieten sich Unternehmen Chancen im Bereich Bergbau und Rohstoffe", hiess es damals seitens der deutschen Handelskammer-Organisation. Das gelte auch für den Handel mit Produkten und Dienstleistungen. Und auch heute gilt Zimbabwe noch als Land mit riesigem Potential.

Abwärtsspirale

Im Handel, der für Zimbabwe insgesamt 2015 ein Volumen von nicht ganz neun Milliarden Dollar erreichte, dominieren Regionen ausserhalb Europas. Hauptlieferant von Waren sind das Nachbarland Südafrika, gefolgt von Singapur und China. Simbabwische Produkte gehen zu fast drei Viertel nach Südafrika. Zweitgrösstes Abnehmerland ist das benachbarte Mosambik.

Die Reichtümer in der Erde Zimbabwes sind das eine, die jüngste Wirtschaftsentwicklung das andere. Bei Letzterer zeigt der Trend klar nach unten. Bei einer Wirtschaftsleistung von gut 14 Milliarden Dollar rechneten die Experten der deutschen Investitionsagentur GTAI zuletzt mit einer Schrumpfung von rund 0,3 Prozent in diesem und 2,5 Prozent im nächsten Jahr. Zimbabwe befindet sich auf Rezessionswegen.

Eine eigene Landeswährung gibt es  nach jahrelanger Hyperinflation praktisch nicht mehr. Das vorherrschende Zahlungsmittel ist der US-Dollar. Viele Geschäfte werden auch in südafrikanischen Rand abgewickelt. Seit gut einem Jahr gehört darüber hinaus der chinesische Yuan zu den offiziell gebräuchlichen Währungen.

China erlässt Schulden

Als Gegenleistung hat Peking, so hiess es seinerzeit in Medienberichten, dem Land zig Millionen Schulden erlassen. Dennoch mangelt es an ausländischen Investitionen. Trotz des Rohstoffreichtums beliefen sich die Zuflüsse 2014 nur auf 545 Millionen US-Dollar. Das sind ein Fünftel von denen im benachbarten Sambia.

"Zimbabwe besitzt fruchtbare Böden, reichhaltige Bodenschätze (...) sowie touristisch interessante Naturschönheiten wie die Victoria-Fälle und das Sambesi-Tal. Damit verfügt das Land über ein beachtliches wirtschaftliches Potential", heisst es in einem Länderbericht der deutschen Regierung. Nutzen konnte Zimbabwe diese Chancen unter Mugabe kaum. "Seit 2013 befindet sich das Land wieder in einer Abwärtsspirale", lautet die lapidare Einschätzung von Experten.

(Reuters)