Nach Air-Berlin-Pleite - Ryanair-Chef wirft Deutschland abgekartetes Spiel vor

Ryanair-CEO Michael O'Leary wirft Deutschland und der Lufthansa ein unfaires Vorgehen nach der Insolvenz von Air Berlin vor.
19.08.2017 11:10
Michael O'Leary, CEO von Ryanair.
Michael O'Leary, CEO von Ryanair.
Bild: iNg

"Das ist ein völlig abgekartetes Spiel", sagte O'Leary am der Nachrichtenagentur Reuters. "Es geht nur darum, Ryanair daran zu hindern, in Deutschland weiter zu wachsen, aber das wird uns nicht aufhalten."

Mit einer Übernahme der Nummer zwei unter den deutschen Fluggesellschaften könne die Lufthansa nach seinen Berechnungen ihren Marktanteil bei Inlandsflügen auf 95 von 68 Prozent ausbauen, insgesamt käme sie damit in Deutschland auf 60 statt wie bisher 47 Prozent. "Das würde jede bekannte Kartellgrenze in Deutschland und der EU verletzen", sagte O'Leary.

Air Berlin verhandelt mit der Lufthansa und der britischen Easyjet über eine Übernahme von Unternehmensteilen. Das Bundeswirtschaftsministerium hält dies für kartellrechtlich unproblematisch. Ryanair hat aber Beschwerde dagegen eingelegt.

Eine Chance, selbst Teile von Air Berlin zu übernehmen, rechnet sich Ryanair nicht aus. Die Transaktion werde dafür zu schnell über die Bühne gehen. Ryanair würden nur unattraktive Start- und Landerechte (Slots) angeboten. "Wir werden weiter wachsen, wir kaufen immer mehr Flugzeuge. Aber wir haben Schwierigkeiten, Slots zu bekommen, um mehr Maschinen an Flughäfen wie Frankfurt, Berlin und München stationieren zu können."

(Reuters)