Nach Brexit will gut jedes fünfte britische Unternehmen Aktivitäten verlagern

London (awp/sda/afp) - Nach dem Brexit-Votum planen viele britische Unternehmen die Verlagerung von Geschäftsaktivitäten aus dem Vereinigten Königreich. In einer Umfrage des Firmenchef-Netzwerks Institute of Directors (IoD) gaben 22 Prozent der Mitglieder an, dass sie solche Überlegungen hegten, wie der Verband am Montag mitteilte.
27.06.2016 11:26

Knapp jeder vierte Befragte (24 Prozent) will demnach vorerst keine neuen Arbeitskräfte einstellen. Eine klare Mehrheit der Firmenchefs bewertete das Brexit-Votum als problematisch. 64 Prozent gaben an, das Ergebnis des Referendums werde sich negativ auf ihr Geschäft auswirken.

Das IoD hatte von Freitag bis Sonntag mehr als 1000 seiner Mitglieder zu den Folgen der Entscheidung befragt. Knapp 52 Prozent der Briten hatten sich am Donnerstag für den Austritt ihres Landes aus der EU ausgesprochen.

"Die Unternehmen werden fleissig daran arbeiten, wie sie sich anpassen und wie sie nach dem Referendum Erfolg haben können", erklärte IoD-Chef Simon Walker. "Aber wir dürfen es nicht beschönigen: Viele unserer Mitglieder sind verunsichert."

Aus der britischen Wirtschaft kommt nun die Aufforderung an die Regierung, schnell für Klarheit zu sorgen, was genau das Votum bedeutet.

In der "Times" schrieb die Chefin des grössten Wirtschaftsverbands CBI, Carolyn Fairbairn, die Unsicherheiten belasteten Investmententscheidungen und bremsten die Schaffung von Arbeitsplätzen. Die Regierung müsse "dringend" handeln, um diese Unsicherheiten zu begrenzen. Auch die Handelskammern des Landes forderten, das weitere Vorgehen rasch zu klären.

(AWP)