Nach geplatztem LSE-Deal: Börsenchef erteilt Grossfusionen Absage

Nach der gescheiterten Fusion mit London ist der Chef der Frankfurter Börse vorsichtig bei neuen Grossprojekten. "Ich sehe keine Grossfusion, die jetzt für uns attraktiv wäre", zitierte das "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe) den Chef der Deutschen Börse , Carsten Kengeter, von einer Veranstaltung der Zeitung vom Dienstagabend in Frankfurt. Stattdessen müsse die Börse organisch wachsen und die Übernahme von kleinen und mittleren Unternehmen prüfen, die zu ihnen passten, zitierte ihn das Blatt.
20.04.2017 06:31

Dis Fusion zwischen den Börsen in Frankfurt und London war Ende März endgültig geplatzt. Die EU-Kommission untersagte das Vorhaben, weil sie Bedenken hatte, der Zusammenschluss von Deutscher Börse und London Stock Exchange (LSE) könnte den Wettbewerb einschränken. Auch am Finanzplatz Frankfurt hatte es zuvor Bedenken gegeben, weil die Dachgesellschaft der Superbörse ihren Sitz in London haben sollte.

"Wir haben in der Kommunikation nicht so überzeugend und emotional agiert, wie das vielleicht notwendig gewesen wäre", sagte Kengeter. Zu seiner weiteren Zukunft im Unternehmen sagte der Manager: "Ich bin interessiert, der Börse weiterzuhelfen, aber ich dränge mich nicht auf."

Gegen ihn wird wegen des Verdachts des Insiderhandels ermittelt, wie Anfang Februar bekannt geworden war. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt wegen eines millionenschweren Aktiengeschäfts gut zwei Monate, bevor die beiden Konzerne ihr Fusionsvorhaben öffentlich machten. Kengeter hält die Vorwürfe für unbegründet, Aufsichtsrat und Vorstand hatten sich hinter ihn gestellt./kil/DP/zb

(AWP)