Nach Ja zum Energiegesetz - Aktien der Stromkonzerne etwas fester

Die Aktien der Stromkonzerne notieren nach dem Ja zum neuen Energiegesetz im Plus. Laut einem Analysten dürften die Unternehmen unter anderem von einer Unterstützung Wasserkraft profitieren.
22.05.2017 12:30
Eine Stausee: Strom aus Wasser.
Eine Stausee: Strom aus Wasser.
Bild: Pixabay

Die Aktien der Unternehmen Alpiq (+2,2%), BKW (+1,6%), Energiedienst (1,2%) und Romande Energie (+0,1%) legen am Montag gegen 11.00 Uhr allesamt zu. Axpo und Repower sind nicht an der SIX kotiert.

Nachdem das Schweizer Volk am Sonntag mit 58% Ja zum Energiegesetz gesagt hat, könnten damit erste Unterstützungszahlungen an die Produzenten von Schweizer Wasserkraftwerken ausgerichtet werden, kommentiert die ZKB am Montag. Die Unterstützung von Grosswasserkraft dürfte der notleidenden Branche rund 120 Mio CHF jährlich bringen, wobei die Subventionierung jedoch auf fünf Jahre beschränkt ist.

Dies werde zwar die schwierige Situation der Schweizer Grosskraftwerke und damit der Betreiber wie Axpo, Alpiq, Repower, BKW etwas mildern, so ZKB weiter. Jedoch genüge dies nicht für eine "finanzielle Gesundung" verschiedener Exponenten der Schweizer Stromwirtschaft.

Entsprechend würden seit einiger Zeit deutlich weitergehende Massnahmen angedacht. Für den weiteren Kursverlauf der Stromaktien sei nun entscheidend, ob sich ein zur Diskussion stehender Vorschlag allenfalls durchsetzen wird und wenn ja, per wann dieser eingeführt werden könnte. Zudem steht in nächster Zeit eine Neuregelung des Wasserzinses an: Die Bergkantone würden sich tendenziell gegen eine Senkung zur Wehr setzen, den Stromproduzenten würde dieser jedoch ebenfalls eine finanzielle Entlastung bringen.

Ein erster Schritt

Die Annahme des ersten Massnahmenpakets der Energiestrategie 2050 sei ein erster Schritt, kommentiert zudem der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE). Die Strategie sei ein klares Bekenntnis zu erneuerbaren Energien wie der Schweizer Wasserkraft - "dem Rückgrat" der Schweizer Stromproduktion. Sie bilde zudem einen soliden Rechtsrahmen für den Umbau des Energiesystems.

"Das Ja zur Energiestrategie 2050 sorgt für mehr Investitionssicherheit", sagt VSE-Direktor Michael Frank. Auch nach der Annahme der Energiestrategie seien aber viele energiepolitische Baustellen offen. Konkret müssten nun die Themen Eigenversorgung, Versorgungssicherheit, Stromtarife, Stromspeicherung und Netzausbau vertieft werden. Auch bleibe noch unklar, mit welchen Massnahmen die Effizienzziele der Energiestrategie 2050 letztlich erreicht werden könnten. Politik, Wirtschaft und Branche müssten gemeinsam Antworten auf diese Fragen finden.

(AWP)