Nationalbank verbessert sich im dritten Quartal

Wechselkursgewinne auf ihre Währungsreserven haben der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im dritten Quartal zu einem Gewinn von 16,2 Milliarden Franken verholfen. Die Neunmonatszahlen sind aber noch immer tiefrot.
30.10.2015 08:11
Gebäude der SNB in Zürich.
Gebäude der SNB in Zürich.
Bild: www.snb.ch

Die SNB verringerte ihren Verlust in den ersten neun Monaten auf 33,9 Milliarden Franken, wie das Institut am Freitag mitteilte. Im ersten Halbjahr hatte die Notenbank nach der Aufgabe ihres Euro-Mindestkurses und der darauffolgenden Aufwertung des Frankens einen Rekordverlust von gut 50 Milliarden Franken verbucht.

Die Ergebnisentwicklung der Notenbank hängt maßgeblich an ihrem milliardenschweren Fremdwährungsportfolio. Der Rekordverlust zur Jahresmitte hatte Befürchtungen genährt, es könnte für die SNB schwer werden, bei Bedarf am Devisenmarkt einzugreifen. Mit solchen Interventionen stemmt sich die Notenbank neben den bestehenden Negativzinsen gegen die Aufwertung des Franken.

Im dritten Quartal erzielte die SNB einen Gewinn von 16,2 Mrd CHF nach einem Plus von 12,4 Mrd in der Vorjahresperiode. Der Treiber im Quartal war der Erfolg aus Fremdwährungspositionen (+16,0 Mrd). Auf Goldpositionen weist die SNB einen kleinen Verlust von 83,3 Mio aus und auf Frankenpositionen betrug das Plus 360 Mio.

Aus den Fremdwährungspositionen ergibt sich für die SNB nach neun Monaten immer noch ein Verlust von 31,3 Mrd CHF nach einem Plus von 25,2 Mrd im Vorjahr, wie es weiter heisst. Der Erfolg aus dem Goldbestand wird mit -3,29 Mrd (VJ +3,33 Mrd) angegeben. Ende September wurde Gold zu einem Kilopreis von 34'942 CHF gehandelt, Ende 2014 waren es 38'105 CHF.

Einen positiven Beitrag leisteten derweil die Zinserträge mit 5,7 Mrd CHF und die Dividendenerträge mit 1,7 Mrd. Auf Zinspapieren und -instrumenten resultierte dagegen ein Verlust von 2,8 Mrd und im negativen Börsenumfeld kam es bei den Beteiligungspapieren und -instrumenten zu einem Verlust von 4,4 Mrd.

Den Gewinn auf den Frankenpositionen weist die SNB nach neun Monaten mit insgesamt 931 Mio CHF aus. Dieses Plus sei im Wesentlichen auf die seit 22. Januar erhobenen Negativzinsen auf Girokontoguthaben (843 Mio), aus Kursgewinnen (45 Mio) und Zinserträgen auf Wertschriften in Franken (50 Mio) zurückzuführen.

Das Ergebnis der Nationalbank sei überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängig, so die Nationalbank. Starke Schwankungen seien deshalb die Regel und Rückschlüsse auf das Jahresergebnis nur bedingt möglich.

(Reuters/cash/AWP)