Nationalrat will keine Sanktionen gegen Ticket-Graumarkt prüfen

Tickets für kulturelle Anlässe oder Sportveranstaltungen werden zuweilen von Wiederverkäufern aufgekauft und zu überhöhten Preisen weiterverkauft. Der Nationalrat will nun aber den Bundesrat nicht beauftragen, Sanktionen gegen den Graumarkt zu prüfen.
16.03.2017 13:09

Er lehnte am Donnerstag ein Postulat von Olivier Feller (FDP/VD) mit 120 zu 68 Stimmen ab. Feller zitierte im Vorstoss Daniel Rossella, Präsident des Paleo-Festivals in Nyon VD.

Demnach hätten Wiederverkäufer die Tickets der 40. Ausgabe des Festivals im Jahr 2015 bereits vor der Öffnung des offiziellen Vorverkaufs angeboten. Das sei nicht nur unzulässig, sondern auch schädlich, so Feller.

Die professionellen Wiederverkäufer gelangten mit ausgeklügelten IT-Mitteln an die Tickets und verkauften sie weiter, zu horrenden Preisen. Die Branche habe zwar eine Liste mit Schutzmassnahmen für die Konsumenten erstellt. "Mehr kann sie kaum tun."

Der Bundesrat beantragte Ablehnung des Vorstosses. Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann wies darauf hin, dass die Festlegung von Preisen zur unternehmerischen Freiheit und zum unternehmerischen Risiko gehöre. Das gelte auch für Wiederverkäufer.

Die Überwachung der Ticketverkäufe könne keine staatliche Aufgabe sein, argumentierte Schneider-Ammann. "Das könnte sie werden, wenn Delikte von Amtes wegen verfolgt werden müssten." Zudem sei es Sache der Veranstalter, auf juristischen Weg Missbräuche abzuwehren.

(AWP)