Nationalrat will Wettbewerbsnachteil für Tessiner Banken beseitigen

Italienische Treuhandgesellschaften, die der Steuersicherung dienen, sollen von der Umsatzabgabe befreit werden. Das hat der Nationalrat am Mittwoch einstimmig beschlossen. Ziel ist es, die Schweizer Banken wettbewerbsfähiger zu machen, vor allem jene im Kanton Tessin.
14.06.2017 13:08

Auf Käufen und Verkäufen von Wertpapieren wird heute eine Umsatzabgabe erhoben. Davon sollen Organisationen befreit werden, die ausschliesslich die Steuer- und Meldepflichten gegenüber dem Herkunftsstaat sicherstellen.

Aktuell würde das einzig die italienischen Fiduciarie statiche (statische Treuhandgesellschaften) betreffen. Diese sind bei Wertschriftentransaktionen von italienischen Kunden zu einer Schweizer Bank zwischengeschaltet.

Solche Transaktionen unterliegen mehrfach der Umsatzabgabe, was für Schweizer Banken ein Wettbewerbsnachteil bedeutet, wie Kommissionssprecher Leo Müller CVP/LU) erklärte. Sind die Wertschriften nämlich bei einer italienischen Bank deponiert, ist keine Umsatzabgabe geschuldet.

Finanzminister Ueli Maurer geht von Mindereinnahmen von rund 10 Mio CHF aus. Diese Ausfälle sollen aber dank der Befreiung von der Stempelabgabe mehr als wettgemacht werden.

Hintergrund ist eine italienische Steueramnestie. In deren Rahmen konnten in der Schweiz gehaltene Vermögenswerte legalisiert werden, wenn diese einer italienischen Treuhandgesellschaft übergeben wurden. Alle Umschichtungen müssen über diese Fiduciaria statica abgewickelt werden. Die Vorlage geht nun an den Ständerat.

(AWP)